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EINLEITUNGNach Rilke sind Tod und Leben gleich den Fäden eines Teppichs ineinander verflochten: Wer also über das Leben schreiben will, muß notwendigerweise auch über den Tod berichten. Ich muß mich also nicht bei den nervösen Leuten entschuldigen, die nicht gerne an den eigenen Tod erinnert werden.Was auch immer im Leben geschieht, der Tod steckt überall seine Nase hinein. Daran nicht zu denken wäre sinnlos, eine Art Vogel-Strauß-Politik. Unser Verhältnis zum Tod bestimmt auf ganz entscheidende Weise, wie wir leben sollen.Keiner hat so unbeschwerten Tones wie Christus verkündet, ein jeder Tag habe seine ausreichenden Sorgen; er wollte alle beruhigen, die voll Angst dem nächsten Tag entgegensehen. Aber keiner hat auch mit solchem Nachdruck wie er verkündet, welche wichtige Rolle dem Tod ia unseren augenblicklichen Entscheidungen zufällt.Stellen wir gleich fest: In diesem Buch wird nicht nur im biologischen Sinn über Tod und Leben gesprochen.Unter Leben" verstehen wir alles, was in unserem Dasein positiver Art ist, und unter Tod" alles, was das Leben im weitesten Sinn des Wortes geföhrdet oder verhindert. Manchmal wird der Leser fast glauben, er habe eine schlecht gelungene wissenschaftliche Abhandlung vor sich. Es war nicht meine Absicht, eine solche zu schreiben. Ich möchte mich an einen größeren Leserkreis wenden und nicht nur an den Verstand appellieren. Ich numeriere also meine Zitate nicht, bezeichne auch nicht meine Quellen. Außer-