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1. Professor Höcker: Richard Wagner. Aus dem K^neipalbum der Münchencr Allotria
Vorwort
In der vorliegenden Arbeit hat sich der Verfasser die folgende Aufgabe gestellt: Es soll gezeigt werden: welch gewaltigen Kampf Kiohard Wagner zu bestehen hatte von dem Zeitpunkt an, da er als neusohöpferischer Dichterkomponist zielbewußt vor die Üiientlichkeit trat, bis zu den Tagen, da es ihm, das heißt seiner Kunst, siegreich gelang, sich durchzusetzen. Es soll gezeigt werden: warum er diesen Kampf führen mußte, warum er mehr als jemals ein anderer Künstler ständig im Brennpunkte von Angriffen, von Streiten und Diskussionen stand. Schließlich soll gezeigt werden: welcher Art die Mittel waren, mit denen eine das altgewohnte künstlerische Regime repräsentierende Machenschaft gegen ihn zu Felde zog, und welche Summe von Kleinlichkeit, Unduldsamkeit und Gehässigkeit tagaus tagein gegen ihn verschwendet wurde.
Nun wird die überragende Stellung, die eine Person im Rahmen des öffentlichen Interesses einzunehmen ausersehen scheint, durch nichts deutücher illustriert als gerade durch die Karikatur. Da aber die Karikatur nicht nur unausbleiblich ist, wenn die Interessen der Gesamtheit durch den Betreffenden berührt werden, sondern weil sie immer den bezeichnendsten Ausdruck der Art und des Wesens aller Angriffe darstellt, so ist die Schilderung ihrer Rolle auch in bezug auf Wagner ein natürlicher, wie von selbst gegebener Anknüpfungspunkt.
Der Kampf, den Wagner um den endgültigen Sieg der in seinen Schöpfungen zur Anschauung gebrachten Kunstprinzipien zu führen hatte, geht aber weit über das rein Persönliche hinaus. Es ist der typische Kampf des Neuen gegen das Alte, Absterbende. Darum soll diese Arbeit auch mehr einen Beitrag zur allgemeinen Kulturgeschichte, als zur speziellen Musikgeschichte bedeuten.
Der Name: ,,Richard Wagner" ist ein kultureller Begriff. Damit ist gesagt: es kann sich keineswegs blos um eine lediglich auf ihn begrenzte Betrachtung handeln, sondern
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