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CRITICA
Fokos-Fuchs, D. R.i Rolle der Syntax in der Frage nach Sprachverwandtschaft — mit
"besonderer Rücksicht auf das Problem der ural-altaischen Sprachverwandtschaft. Wiesbaden (Otto Harrassowitz), 1962, 137 S., 8°. DM 22, — Ural-altaische Bibliothek XI.
Das Werk bietet eine systematische Zusammenstellung der ural-altaischen syntaktischen Übereinstimmungen und imter-sucht die Frage, inwieweit diese Übereinstimmungen zur Lösung des Problems der ural-altaischen Sprachverwandtschaft beitragen.
Der Titel des Werkes ist nicht glücklich gewählt, da er zum Mißverständnis führen Icaim: man kann daran denken, daß der Verfasser die einschlägigen prinzipiellen Fragen auf Grund von einem aus verschiedenen Sprachgebieten genommenen Material auf breiter Basis behandelt — ein Verfahren, das seine Erörterungen in bedeutendem Maße vertieft hätte —, aber alle seine Erörterungen über die prinzipiellen Fragen — so wertvoll sie auch prinzipiell sein mögen — stehen in unmittelbarem Zusammenhang mit der ural-altaischen Frage.
Diese Erörterungen und die zitierten Äußerungen anderer Forscher zu analysieren hieße ein größeres Werk als das vorliegende zu schreiben. Im allgemeinen steht es für die Sprachforscher fest, daß die syntaktischen Eigenheiten einer Sprache bzw. Sprachfamilie bei der Entscheidung vOn Verwandtschaftsfragen im großen und
ganzen genau so zu "oeurteilen sind, wie die Übereinstimmungen anderer Art.
In der Prüfung des ural-altaischen Problems kommt jedoch den syntaktischen Beweisen eine besondere Bedeutung zu.
Wir sind gewöhnt, das ural-altaische Problem nach Art der indoeuropäischen, uralischen oder semitischen Sprachverwandtschaft zu beurteilen. Wir erwarten, daß die Lautsysteme der einzelnen ür-sprachen (wie Urgermanisch, Urslawisch usw., hier: Ur-uralisch, Urtürkisch usw.) einen gewissen historischen Einklang untereinander aufweisen, wir erwarten Übereinstimmungen im Wortschatz, auf Grund von durch zahlreiche Beispiele nachgewiesenen Lautgesetzen, dann morphologische und syntaktische Übereinstimmmigen Es ist aber klar, daß es Sprachverwandtschaften gibt, die in so alte Zeiten zurückgehen, daß die Übereinstimmungen zwischen den Mitgliedern der Familie nicht mehr mit derselben Systematik wie bei Sprachen, die sich in neuerer Zeit voneinander getrennt haben, zutage treten. Zu diesen Fällen gehört die Verwandtschaft der ural-altaischen Sprachen.
Im Lautsystem gibt es bei ihnen eine vielsagende, allgemeine Übereinstimmung, die Vokalharmonie.
Bedeutende uralte Wortentsprechungen gibt es zwischen Uralisch und Türkisch, — bloß 20 bis 30 an der Zahl, die Wort-übereinstimmungen zwischen Uralisch— Türkisch —Mongolisch —Tungusisch kön -nen vorläufig aus dem Gesichtspunkte der Sprachverwandtschaft nicht verwertet