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Die Völker Italiens und ihre älteste GeschichteDie schriftliche Oberlieferung auf der Apenninenhalbinsel und damit der Eintritt dieses Landes in die Geschichte setzte Jahrhunderte später als in Griechenland ein.Grabungsfunde aus fast ganz Italien weisen die ersten Spuren menschlichen Lebens in die ältere Steinzeit und deuten auf eine ziemlich einheitliche Bevölkerung. Erst die jüngere Steinzeit bietet ein bunteres Bild unterschiedlicher mediterraner Stämme.Die wichtigsten Vertreter dieser vorindogermanischen Urbewohner und zugleich die ältesten, von denen wir Kunde haben, waren die Ligurer. Aus Ligurer ihren von Norden weit nach Süden bis Latium greifenden Siedlungen, die sich aus Berichten antiker Schriftsteller und aus Ortsnamen erweisen lassen, wurden sie in historischer Zeit von Etruskera und Galliern zurückgedrängt auf einen engen Raum um den Golf von Genua und in den Seealpen, der heute noch nach ihnen den Namen Liguria bewahrt. Hier in diesem gebirgigen Paßgebiet hielten sie sich nach Verlust des fruchtgesegneten Vorfeldes bis zur Unterwerfung durch die Römer. Das unwirtliche Land gab auch bei harter Arbeit nur spärlichen Ertrag. Mann und Frau mühten sich als Holzfäller in den dichten Wäldern. Die Jagd mußte ergänzen, was der Boden an Feldfrucht vorenthielt. Ein ernstes Leben in armseligen Hütten und Höhlen der Gebirge erzog die bedürfnislosen Menschen zu kühnem Wagemut, den sie im Kampfe und bei gefahrvoller Seefahrt erwiesen. In der Bronzezeit findet sich das Pfahlbaudorf als herrschende Siedlungsform. An den oberitalienischen Seen standen die Holzhütten auf Pfählen im Wasser oder in Moorerde, weiter südlich waren die Pfahldörfer auch auf festem Grund angelegt (die sogenannten Terramareri). Die Pfahlroste dienten zum Schutz gegen Überschwemmungen und gegen Angreifer. Die Ausgrabungen ließen einen durch das Achsenkreuz der Hauptwege bestimmten Plan der Terramaresiedlungen erkennen, und man vermutet in ihm das Vorbild für die römische Lagerordnung und die Roma quadrata, die älteste Siedlung auf dem Palatin.In diese altmittelländische Welt der Apenninenhalbinsel flutete vor der Wende zum ersten Jahrtausend eine indogermanische Völkerwelle, die sich aus ihren nord- und mitteleuropäischen Sitzen von germanischer Nachbarschaft gelöst hatte. Man pflegt die indogermanischen Stämme zusammenfassend Italiker zu nennen.