Bővebb ismertető
Editorial
Ewige Stadt, Mutterstadt, Haupt und Nabel der Welt: Als „Königin der Städte" zeigte sich Rom schon in der Antike wenig bescheiden, wenn es darum ging, konkurrierenden Metropolen den Rang abzulaufen. 2750 Jahre nach der legendären und über drei Jahrtausende nach der wahrscheinlichen Gründung löst die phantasieanregende Siebenhügelstadt weltweit ungehemmte Reiselust aus. „Heilige Jahre", die seit 1300 unter Papst BonifazVllI. Pilgerscharen nach Rom locken und nicht unwesentlich zum Aufkommen des Massentourismus in seiner heutigen Form beigetragen haben, brauchte Rom eigentlich nicht.
Noch immer führen heute alle Wege nach Rom. Passé aber ist die Mühsal müder Reisender, heute schweben Besucher im Stundentakt auf dem Flughafen „Leonardo da Vinci" ein oder entsteigen den hochmodernen EC-Zü-gen in der Stazione Termini. Mindestens 40 Millionen Besucher erwarten Roms Tourismusmacher im Jubeljahr 2000. Rom steht sich mit Milliardeninvestitionen und tiefgreifenden Umwälzungen darauf ein.
Die Mehrheit der Bevölkerung trägt parteiübergreifend das gemeinsame Ziel der Großkommune, eine saubere, umweltbewußte Metropole mit höchster Lebensqualität zu schaffen. Da Rom schon immer ein gigantisches Forschungsfeld und Laboratorium für Laien und Experten geboten hat, wird auch diese Kraftanstrengung beim Eintritt ins dritte Jahrtausend nicht ohne Komödien, Tragödien und manch tiefen Seufzer vonstatten gehen. Genug Stoff also, um weiterhin Neugierde zu wecken für eine lebendige, pulsierende Stadt, für ein steingewordenes Puzzle aus epochemachender und unvergeßlicher Geschichte.
In den Kapitolinischen Museen zu sehen: der tonnenschwere Kopf Kaiser Konstantins des Großen
Roms Stärke: Improvisation!
Der Autor
Jürgen Sorges
ist Buchautor und freier Journalist für deutschsprachige Zeitungen und Zeitschriften. Er hat bisher fünf Bücher über Italien veröffentlicht.