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EINER UNTER TAUSEND Man schreibt das Jahr 1896. Das Münchner Opernhaus spielt Figaros Hochzeit4" In Galabesetzung. Fürstlichkeiten, Adel, reiches Bürgertum füllen Logen und Parkett des Hauses. Die Eintrittspreise sind verdoppelt, für die teuersten Platze sogar verdreifacht. So ist nicht zu befürditen, daB sich das Volk in das Opernhaus verirren könnte. Der Abend ist ja in erster Linie ein gesellschaftliches Ereignis, bei dem die Brillantén der Damenwelt, ihre Abendkleider nicht minder im Mittelpunkt stehen als das Geschehen auf der Bühne. Die Aufführung wird mit Beifall aufgenommen. Höflich und gedampft klatschen die einen, stürmisch die anderen. Nur ein Besucher macht kein Hehl daraus, daB ihn die Aufführung nicht befriedigt. Er pfeift. Lorgnons, Opernglaser, viele Augenpaare blicken in die Richtung, aus der die Pfiffe kommen. Was ist das nur für ein Mensch, der in diesem erlauchten Kreis so peinliches Befremden erregt? Dort sitzt er", tuschelt man sich zu. Wie ein Umstürzler sieht er eigentlich gar nicht aus.. Die Blicke begegnen einem jungen Mann von etwa dreiBig Jahren. Die asketischen Züge, aus denen die lichten blauen Augen, eine hohe, von blondem Haar bedeckte Stirn herausragen, die korrekte dunkle Kleidung mit hohem Kragen lassen auf einen Priester oder einen Gelehrten schlieBen. Schon ist das Interesse der illustren Herrschaften für den jungen Mann erloschen. Die Herren geleiten ihre Damen zur Garderobe, helfen ihnen in die kostbaren Mantel, winken den livrierten Kutschern und habén nun von anderen Dingen zu sprechen als von Musik oder gar jenem Menschen, der