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Romanische Architektur am Harz [antikvár]

Horst Scholke

 
Vorwort Der Harz stellt für den Kunsthistoriker eine Landschaft dar, die in hohem Maße von der romanischen Architektur geprägt ist. Die bedeutendsten Denkmäler romanischer Baukunst Mitteldeutschlands, zwischen dem 10. und ig.Jahrhundert, lagern sich ringartig um den Harz. Es ist beeindruckend, wie diese Werke noch heute die Landschaft beherrschen. Die romanische Architektur ist eng mit den Prozessen in der Gesellschaftsordnung des Feudalismus verbunden. Dessen Entfaltung prägte einen Kunststil, der zu den hervorragendsten Europas gehört....
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Vorwort Der Harz stellt für den Kunsthistoriker eine Landschaft dar, die in hohem Maße von der romanischen Architektur geprägt ist. Die bedeutendsten Denkmäler romanischer Baukunst Mitteldeutschlands, zwischen dem 10. und ig.Jahrhundert, lagern sich ringartig um den Harz. Es ist beeindruckend, wie diese Werke noch heute die Landschaft beherrschen. Die romanische Architektur ist eng mit den Prozessen in der Gesellschaftsordnung des Feudalismus verbunden. Dessen Entfaltung prägte einen Kunststil, der zu den hervorragendsten Europas gehört. Unser Anliegen, die Entwicklung der romanischen Architektur am Harz in ihrer Einheit von profaner und sakraler Baukunst zu verfolgen, bezieht deshalb auch die gesellschaftlichen Hintergründe dieser Kunst mit ein und weist damit auf ihr Werden aus der konkreten historischen Situation hin. Zur näheren Bestimmung des landschaftlich-geographischen Gebietes und des historisch-geographischen Raumes wurden als Eckpunkte der von uns angesprochenen romanischen Architektur das Kloster Unser Lieben Frauen in Magdeburg, die Stiftskirchen in Hamersleben und Königslutter, die Klosterkirchen in Hildesheim, die Stiftskirche in Gandersheim, die Klosterkirche in Göllingen und der Dom in Merseburg ausgewählt. Damit erfassen wir ungefähr das ehemalige ottonische Krongut. Unter den Ottonen wurde die Grundlage für die romanische Kunst nach iooo gelegt. Der Harzraum war die ökonomische Basis der ottonischen Herrscher, auch wenn unter Otto I. Magdeburg als Zentrum galt. Heinrich I. wählte vor ihm Quedlinburg als Lieblingssitz, der Salier Heinrich IV. dagegen Goslar. Das behandelte Gebiet ist darüber hinaus ungefähr identisch mit den ehemaligen Bistümern Halberstadt und Hildesheim in ihren anfänglichen Grenzen. Uber die Problematik dieser Begrenzung sind wir uns wohl bewußt, glauben aber einen Rahmen gefunden zu haben, in dem sich die Entwicklungslinien der mitteldeutschen romanischen Architektur darstellen lassen - im profanen Bereich von der Volksburg der Gentilordnung zur Dynasten- bzw. Reichsburg des vollentwickelten Feudalismus; im sakralen Bereich von der Manifestation der Einheit zwischen Zentralgewalt und Kirche über den Investiturstreit zur vollen Verbreitung der Hirsauer Bauschule. Die archäologische Forschung hat nach 1945 zahlreiche, völlig verschwundene Kirchenbauten ergraben können und zu rekonstruieren versucht. Aber auch die Burgenforschung hat seitdem groß- artige Fortschritte erzielt. Denken wir an die Ausgrabungen der Pfalz bei Tilleda und ihre Rekonstruktion oder an die Präzisierung des Verlaufs der

Termékadatok

Cím: Romanische Architektur am Harz [antikvár]
Szerző: Horst Scholke
Kiadó: VEB E. A. Seemann Verlag
Kötés: Vászon
ISBN: 3363000642
Méret: 240 mm x 280 mm
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