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Lavinium und Alba Longa Mit dem Tod des tapfern Turnus fand der Krieg ein Ende. Die Rutuler zogen von dannen, König Latinus aber reichte dem Sieger die Hand zur Versöhnung, geleitete ihn in seine Burg, gab ihm seine Tochter Lavinia zur Frau und setzte ihn zum Érben seines Reiches ein. Aneas erbaute danach auf einem Hügel nahe am Meer eine neue Stadt, die er seiner schönen Gemahlin zu Ehren Lavinium nannte. Auf dem Gipfel des Hügels wuchs die Burg mit ihren Mauern, Türmen und Zinnen empor, und als der Bau vollendet war, nahm das Königspaar darin seinen Sitz; der greise Latinus aber blieb in seiner altén Hauptstadt und wohnte bis zu seinem baldigen Tod im Haus seiner Vater. So hatten nun Trojas irrende Kinder eine neue Heimat gefunden, und sie waren ihres Glückes froh, errichteten den hohen Göttern schöne Tempel und brachten ihnen reichliche Dankopfer dar. Doch die Tage der Freude und des Friedens sollten bald ein Ende finden. Die Rutuler konnten die Schmach ihrer Niederlage nicht vergessen, zürnten auch dem König Latinus, daB er den Bund mit ihnen gebrochen, seine Tochter dem Besieger des Turnus gegeben und dem verhaBten Trojanervolk erlaubt hatte, in seinem Lande zu siedeln. Sie rüsteten ein máchtiges Kriegsheer und sandten es gegen die neue