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Rotchina ist anders! Doch wieso ist es anders, warum?
Der Staat Chung-hua Jen-Min Kung Ho-kuo, die von Mao Tse-tung
geschaffene Volksrepublik, entstand auf den Trümmern des alten
„Chungkuo", des,,Reichs der Mitte der Lande, die unter dem Himmel
liegen". Das fünftausendjährige Erbe einer der ältesten Wasserbau-
kulturen der Menschheit ging auf die Kung Chan-tang" über, die
Partei der Güterverteiler.
Soweit die Geschichtsschreibung zurückreicht, im noch legendären
Dunkel der Dynastie Shang, über alle Zeitläufte bis zur kurzen Dauer
der Herrschaft des Eroberers Li Tsu-cheng, des letzten Kaisers chine-
sischen Geblüts am Ende der Epoche der Ming, in der ihr folgenden
Diktatur der Mandschu-Barbaren und selbst zur Neige des 20. Jahr-
hunderts, stets ward den Völkern „Chungkuos" die Fron zuteil.
Sie ertrugen sie. Gewiß, oft suchten die „Unteren" das Joch abzu-
schütteln. Doch dann kam wieder ein „äußerst Starker", der es ihnen
erneut auferlegte. Jeder „Sohn des Himmels" führte den Auftrag der
Götter aus. Das Volk hatte ihrem Statthalter auf Erden zu dienen.
Immer war es so gewesen, das Unabänderliche blieb, daß die Ur-
gewalten der Ströme nur gebändigt werden konnten, wenn ein harter
Wille die Gemeinschaft zum gemeinsamen Werk zwang. Die Dürren
ließen sich nur dann überwinden, wenn die „Kommunen" für An-
lagen zur Bewässerung sorgten. Verwaltete der Kaiser indessen ledig-
lich noch das Mandat des Himmels, war er nur mehr der Darbringer
vorgeschriebener Opfer, übten seine Beauftragten die Gewalt über
die „Unteren" aus. Das Imperium der „Lande unter dem Himmel"
wurde vom Westen zum Osten, vom Norden nach Süden ein Schmelz-
tiegel der Rassen, deren Stämme einst die „Kundigen" beherrscht
hatten, die Vermittler der Gebote der Götter. Aus dem Zauberstab
der Schamanenfürsten war das Zepter geworden; aus dem Zepter
wurde schließlich das kommunistische Emblem.
Das Reich der Shang lösten im 11. Jahrhundert v. Chr. die Chou
ab. Als sie verweichlichten, folgten nach vielen Wirren der streitenden
Staaten die Han-Kaiser, die „Chungkuo" einten. Aber auch sie ver-
loren den Auftrag des Himmels. Aus Jahrhunderten der Zerrissenheit
entstand die Tang-Dynastie, und ihr folgten andere, stets stärkere
Usurpatoren. Nur der Stärkste konnte die Fron der „Wasserbauer"
durchsetzen.
Sie brachte, durch die Jahrtausende abgesondert, eine einzigartige
Kultur hervor. Ihre Werke hatten in „A<;u", den Landen des Sonnen-
aufgangs, nicht ihresgleichen. Aus „A$u" wurde Asien, der Kontinent
der Fronenden, im besonderen der Kontinent China. Sie schufen die
Dämme des Huang-ho, des Wei-ho, des Yangtsekiang, den Kaiser-
Kanal', die Große Mauer, befestigte Städte, herrliche Paläste in den
mit den Dynastien wechselnden Residenzen; sie ersannen die Zucht