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Vorwort
Kenia verdankt seine Existenz einem Zufall.
1894 wollten die Engländer nach Uganda vorstoßen; militärisch gesehen war das ein strategisch wichtiger Punkt am Oberlauf des Nils im Herzen Afrikas. Deshalb baute man eine Bahnlinie von der Ostküste bis zum sechshundert Meilen landeinwärts gelegenen Victoriasee, dem Tor zu Uganda. Die Bahnlinie durchquerte ein Gebiet, das von wilden Tieren und kriegerischen Stämmen bevölkert war. Nur furchtlose Forscher und Missionare wagten sich dort hin. Als sich die Ugandabahn nach ihrer Fertigstellung als finanziell unrentabel und als Belastung erwies, suchte die britische Regierung nach einem Weg, um die Bahn aus den roten Zahlen herauszuholen. Man kam sehr schnell auf die Idee, daß eine Besiedlung entlang der Bahnlinie die Antwort auf das Problem wäre.
Als erstes bot London das »freie« Gebiet zionistischen Juden an, die damals eine dauerhafte Heimat suchten. Die Juden lehnten ab; sie wollten nach Palästina. Also warb die britische Regierung in einer großen Kampagne um Einwanderer aus allen Gegenden des Empire. Im Auftrag der Krone wurden Verträge mit den einheimischen Stämmen abgeschlossen. Sie hatten wenig Ahnung davon, was solche Dokumente bedeuteten, und fragten sich verwirrt, was der weiße Mann bei ihnen suchte. Danach stellte die Regierung billig große Flächen »ungenutzter« Wildnis allen zur Verfügung, die bereit waren, sich dort niederzulassen und das Land zu kultivieren. Das zentrale Hochland hat ein kühles Klima, ist fruchtbar und grün; viele Briten aus England, Australien und Neuseeland, die eine neue Heimat suchten, einen Ort für einen Neuanfang, fühlten sich dorthin gezogen.
Das Kolonialministerium vertrat unerschütterlich den Standpunkt, dieses Gebiet sei nur ein Protektorat und werde seinen schwarzen Bewoh-
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