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Rübezahl macht seine Erfahrungen mit den MenschenBerge und ruhmreiche Gebirge mag es wohl genug geben auf die-'ser alten Mutter Erde, und überall sind sie auch heute noch belebt.'Sie wimmeln von Zwergen, Riesen, Geisterscharen und wilden Tieren aller Art. Aber vor allen anderen Bergketten hat das Rie-sengebirge seinen Ruhm durch den alten Rübezahl erlangt. Dennjk'^,'welches Kind sollte ihn nicht kennen, den Bergvater, deng.schrecklichen Köhlersmann, den Schabernacker, Haubold, Bul-plerkopf und Possenreißer? Der Rübezahl, so sollt ihr wissen, ist geartet gleich einem mächtigen Kobold, absonderlich, bengel-^^haft, stolz, wankelmütig, rauh und roh, freundlich und feindlich, so eitel wie edel. Zuzeiten erscheint er recht gutmütig, großzügig,\Ja ünterweilen auch empfindsam. Wer ihn aber heute für weisefgelten läßt, der muß ihn morgen als albern erkennen. So ist er zart|und hart gleich dem Ei vor und nach dem Abkochen, schalkhaft und bieder, störrisch und gefügig, je nach Lust oder Grämlich-|keit. Mit einem Wort, der Berggeist ist launisch.Und dieser nämliche Rübezahl ist Herr über zweierlei Reiche,iein über- und ein unterirdisches Gebiet. Mag sein Königreich be-igrenzt sein durch die Sudeten und ihre Ausläufer, so erstreckt|sich seine Herrschaft unter der Oberfläche wohl 860 Meilen tief|abwärts bis an das Herz und den Mittelpunkt unserer Erde. In|diesen Abgründen ist er denn auch seit Jahrmillionen zu Hause|und wirtschaftet da herum, durchkreuzt die Klüfte, durchforscht|seine Schatzkammern, erkundet die Kristallhöhlen, Edelsteinlä-|ger und Goldgrüfte. Er beordert dann die Knappschaft seiner Zwerge und Geister, jene unterirdischen Feuer zu schüren, dasfedle Metall auszuschmelzen, die Kohlenflöze vor feindlichemiFunkenflug zu bewahren und die Feuerströme im Eingeweide der Erde durch feste Dämme in Schach zu halten. Ja, er läßt die gewal-:tigen Energien bewachen, welche in der Pechblende und dem Uran verborgen sind. Auch hat der Bergvater oben auf dem luftigen Gipfel des Riesengebirges ein Zauberschloß, wo er zuweilen sein Wesen treibt, wenn er der rußigen Gesellschaft in den Essen des Abgrundes müde geworden ist. Dann treibt ihn das Verlangen nach dem Reich der Lichtelfen und luftigen Geister, bei denen er gern seine Kurzweil und Lust hat.Solcherart herrschte der Herr zweier Reiche und weilte gerne zur Lustbarkeit auf dem wolkennahen Gebirgskamm, noch ehe die Spur eines Menschenkindes in jenen Breiten gesichtet wurde.