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ERSTES BUCH. Fragen der religiösen Ordnung.I. Religion Privatsache?Die folgende Rede wurde auf dem Katholikentag in München am 26. Oktober 1919 gehalten. Die Wellen der Revolution gingen damals noch hoch. Die Einberufung eines allgemeinen deutschen Katholikentages war unmöglich. Darum wurde in kleinerem Rahmen ein diöze-saner Katholikentag in München im Zirkus abgehalten mit dem Thema: Die sozialen Lebenswerte unseres Glaubens. Zwei Monate vorher war in Weimar mit Ach und Krach die neue Verfassung des Deutschen Reiches zustande gekommen. Die sozialistischen Schlagwörter verwirrten die Geister, und die Angst vor dem sozialistischen Staat lähmte die Tatkraft der bürgerlichen Kreise. Für diese Zeitlage wurde die Rede gehalten.Grüßt mir die Zeiten, in denen die Geister sich scheiden, die Zeiten der klaren Linie! Schließt eure Türen vor den Menschen mit der doppelten Zunge und dem zwiespältigen Wesen! Die Weltgeschichte ist das Weltgericht, und die Scheidung der Geister hat begonnen. Auf der einen Seite alle, die für Christus sind und mit ihm sammeln, auf der andern Seite alle, die gegen Christus sind und gegen ihn zerstreuen. Laßt euch nicht irremachen durch das Schlagwort aus dem Erfurter Programm: Religion sei Privatsache! Wir wollen diesem Schlagwort unsere Leitsätze entgegenstellen: Religion und Kirche haben ein heiliges Recht im öffentlichen Leben, Religion und Kirche sind sogar eine Staatsnotwendigkeit und ein sozialer Segen für das Gemeinschaftsleben.Faulhaber, Kufenile Stimmen.1