Bővebb ismertető
Eine Nsel stellt sich vor
Rügen ist eine Insel. Eine Insel?
Natürlich, fünfmal am Tag,
wenn die Ziegelgrabenbrücke am
Rügendamm in Stralsund den
Sund für die Schiffe freigibt, je-
weils 20 Minuten lang. Nur dann
ist Rügen, seit 1936, noch eine In-
sel. Zweieinhalb Kilometer lang ist
der Damm, über den täglich
etwa 100 Züge fahren und
mehr als 23 000 Kraftfahrzeu-
ge, in Spitzenzeiten sind es 2000
in der Stunde.
570 Kilometer Küste
it fast 1000 Quadratkilome-
tern ist sie Deutschlands
größte Insel und so verwegen
geformt, dass sich 570 Kilometer
Küste ergeben. Nirgends sind es
mehr als acht Kilometer bis zum
Wasser. Es ist einsam, belebt, ver-
schilft, glasklar oder moorig, aber
immer ist es da. Es gibt die Bod-
denküste, die Meeresküste, die
Seeufer, flach oder steil, sandig
oder steinig, schmal oder breit,
wild gezackt und sanft gewellt, die
Wieken (kleine Buchten), Nehrun-
gen und Landzungen. Außerdem
fehlt es nicht an Gelegenheiten
zum Überblick: Leuchttürme, Aus-
sichtstürme, Berge. Berge? Hoch
genug für die Übersicht, das
Staunen, Raten, Wundern sind sie
allemal. Manchmal, bei Bobbin
zum Beispiel, hat man es gar nicht
gemerkt, dreht sich um, und un-
ten streift blaues Wasser grünes
Land am roten Schlösschen Spy-
ker. Oder auf dem Weg durch das
Trockenrasengebiet hinter Groß
Zicker am Mönchgut: Schön ist
der Blick zurück auf halbem Weg,
man könnte umkehren, vielleicht
noch einmal hinübersehen, und
bevor der 72 Meter hohe Gipfel er-
klommen ist, eröffnen sich nach
einem Dutzend weiterer Schritte
immer neue Aussichten, neue Hü-
gel, neue Ufer und Silhouetten.
Kaum erkennt man, wo man her-
kam.
Mehr Archipel als Insel
Zweifellos, Rügen ist mehr als
eine Insel, schon eher ein Archi-
pel, ein Zusammenspiel von mehr
als 30 Inseln und Halbinseln, die
das Kernland umschließen, sich an-
einanderknüpfen, zusammenwach-
sen, die Landfinger ausstrecken
nach Hiddensee, sich zu Binnen-
meeren und Seen öffnen und jeden
Lügen strafen, der weiß, wie es ist,
dieses Rügen, weil es überall an-
ders ist. Wem reicht schon ein Ur-
laub, das alles zu erforschen? Im-
mer mehr kommen immer wieder.
Immer ist Neues zu entdecken. Und
Rügen verändert sich ständig.
Da gibt es kleine Städte, winzi-
ge sogar, deren Einwohnerzahl an-
derswo knapp für ein Dorf reicht,
und Dörfer, die verirrten Vorstadt-
straßen gleichen mit mehrstöcki-
gen Häuserblocks. Es finden sich
Ansammlungen reetgedeckter
Häuser, die Schilfmützen wie ge-
gen den immer währenden Wind
tief über die Fenster gezogen, so
im Norden beim Kap Arkona. Im
Südosten auf Mönchgut hingegen
wirken die Reetdächer, die hier
Rohrdächer heißen, wie Schatten
spendende Schirme gegen die
Sommersonne, überragt von vor-
witzigen Stockrosen. Und es gibt
Gegenden, wo der Tourist die hin-
ter den Bäumen versteckten ural-