Bővebb ismertető
Einführung
Das vorliegende Buch will dem Benützer zum möglichst treffenden Ausdruck verhelfen. Ferner will es ihn dazu führen, das soeben gebrauchte (und hoffentlich passende) Wort nicht alsbald zu wiederholen, sondern es durch ein anderes ebenfalls taugliches zu ersetzen.
Beides — das Verlangen nach dem gerade jetzt richtigen Wort, der Wunsch nach wechselndem Ausdruck — macht das Kernstück der Kunst des Schreibens oder des guten Stils aus. So darf man fuglich die Benützer dieses Buches von vornherein beglückwünschen: sie sind, und blätterten sie auch anfangs noch langsam, auf dem rechten Weg — schon dadurch, daß sie überhaupt blättern.
Wiewohl die Sprache zum Menschen gehört, Fähigkeit und Ausdruck seines Geistes ist, so gehört sie ihm doch anders zu, als die von ihm erdachten Geräte seiner Hand. Diese sind Werkzeuge, die Sprache ist jedoch mehr als nur Instrument des Menschen, nämlich zugleich das Element, in dem sein Geist lebt und von dem er sogar weithin bestimmt wird. Die Sprache, mir gegeben, daß ich in ihr mich darstelle, mich „äußere" — wie es so sehr richtig, aber für uns nicht mehr recht vernehmlich heißt —, hemmt mich ebensooft, wie sie mir dient. Es steckt nämlich in der Sprache, in ihren Satz- und Wortformen, ein eigener Wille, der dem meinigen oft genug entgegensteht.
Aller Mißbrauch gegenüber der Sprache geht schließlich auf den einen Irrtum zurück, die Sprache sei nicht mehr als das Werkzeug des jeweiligen Sprechers, und deshalb sei allein der Wille des Benützers ihr gegenüber maßgeblich. Solch falsche Meinung führt dazu, die Sprache zu vergewaltigen, und das heißt, Fehler zu machen. Umgekehrt liegt die Kunst des richtigen und dazu noch leichten Ausdruckes darin, daß der Sprechende oder Schreibende seinen Willen, ohne ihn aufzugeben, dem der Sprache anzupassen versteht. Denn sie ist ja etwas Lebendiges und eben deshalb auch etwas Ganzes — das, was man Organismus nennt. Wer ihr Gewalt antut, dem versagt sie ihren Dienst: sie wird nicht nur starr, sondern auch dürftig. Und dies wird sie auch dort, wo der Schreiber bald aus Trägheit, bald aus Unrast behauptet, zu einem sauberen Sprachgebrauch die Zeit nicht zu haben. Lässigkeiten im Sprechen — Verschlucken, Murmeln, Nuscheln und dergleichen — gelten als ungesittet. Und Lässigkeiten beim schriftlichen Gebrauch der Sprache ? Wer zu diesem Buche greift, der tut es, weil ihn das Klappern der Silbenmühle, die Monotonie des „im Zuge von", „zur Durchführung bringen", „auf höherer Ebene", „wesendicher Faktor", ach, und noch vieles, vieles andere abstößt.