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Zum Geleit
Verehrter Lehrer und Freund! Lieber Anton!
Bibelauslegung als Glaubenshilfe für Menschen von heute und somit als Dienst an der Kirche - darum ging es und geht es Dir bei aller Arbeit, die Dir Lebenselixier bedeutet: sei es im Studierzimmer, durch dessen überquellende Fülle von Literatur scharfsinnig neue Wege gebahnt werden, sei es als akademischer Lehrer in Universität und Vortragssaal, um an den Bewegungen des Nach-Denkens und Nach-Forschens am Wort der Heiligen Schrift Anteil zu geben, sei es als priesterlicher Verkünder des Gotteswortes bei Advents- und Fastenpredigten im Münster oder bei der sonntäglichen Aushilfe zu Hause im hohenzollernschen Vilsingen.
Treue zur Tradition schließt den Willen zur Erneuerung ein und befähigt dazu. Diese Grundüberzeugung leitete Dich von Beginn der wissenschaftlichen Tätigkeit an. Noch vor der Priesterweihe 1936 war Deine Untersuchung über „Die Tugend- und Lasterkataloge im Neuen Testament" von der Theologischen Fakultät in Freiburg mit einem Preis ausgezeichnet und als Dissertation angenommen worden. Das verleitete Dich jedoch nicht dazu, den Boden unter den Füßen zu verlieren. Fünf Jahre Einsatz als Kriegspfarrer taten das Ihrige dazu, der Wirklichkeit illusionslos zu begegnen und so dem Glauben seinen Lebensbezug zu erschließen. Als nach dem Krieg die zuvor in Bonn und Berlin aufgenommenen Studien fortgesetzt werden konnten, unter anderem am Päpstlichen Bibelinstitut in Rom, führte Dich der wissenschaftliche Weg über die Habilitation mit „Der Menschensohn - Versuch einer Kritik und Deutung" und eine kurze Lehrtätigkeit an der Theologischen Fakultät in Trier zurück nach Freiburg. Von 1951 bis zur Emeritierung 1978 hast Du hier angehenden Religionslehrerinnen und -lehrern und Priesteramtskandidaten das Rüstzeug an die Hand gegeben, mit dem sie den Glauben selbst tiefer erfassen und ihn Menschen unserer Zeit biblisch verantwortet weitergeben können.
Bereits für das Studienjahr 1958/59 erfolgte die Wahl zum Rektor der Universität, im darauffolgenden Jahr die Wahl zum Prorektor. Den im Jahr 1965 ausgesprochenen Ruf an die Kath.-Theol. Fakultät der Universität Bonn hast du sicherlich nicht leichten Herzens abgelehnt; ein von den Studenten organisierter Fackelzug mag auch dazu beigetragen haben, dich zum Bleiben zu bewegen.
Dein persönlicher Einsatz hat der Exegese in der wissenschaftlichen Theologie und in der Verkündigung Wege gebahnt, die uns heute selbst-
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