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Zu Gast in Salzburg
Salzburg hat immer Saison. Vor mehr als einem Jahrzehnt gab es noch eine kurze Spanne Zeit, da gehörte diese Stadt allein den Bürgern, es war dies der Übergang vom Spätsommer in den Herbst. Doch auch diese Lücke ist - zum Leidwesen der Bewohner -geschlossen worden, und heute bevölkern jahraus, jahrein Touristen aus aller Welt die Stadt an der Salzach im nördlichen Alpenvorland.
Salzburg zählt beispielsweise für Amerikaner zu den Fixpunkten jeder Europa-Rundreise. Für Japaner wiederum ist die Stadt an der Salzach ein »Muß« als Geburtsort des Tonschöpfers Wolfgang Amadeus Mozart. Das ist nur einer der Gründe, warum Salzburg so begehrt ist - Mozart zählt nun einmal zu den bedeutendsten Komponisten aller Zeiten. Darüber hinaus hat sich die Stadt selber ihre Eigenheit bewahrt. Das alte Zentrum zeigt unverlierbar seinen Kern als gotische Bürgerstadt mit den höfischen Bauten der späten Renaissance und des Barock. Landschaftlich ist Salzburg überaus reizvoll an der Salzach gelegen. Beiderseits des Flusses ragen die Stadtberge empor, der Mönchsberg und Festungsberg auf der linken und der Kapuzinerberg auf der rechten Flußseite. Gekrönt werden sie von der mächtigen Festung Hohensalzburg, dem darunterliegenden Benediktinerinnenstift Nonnberg und, auf der anderen Seite, vom Kapuzinerkloster. Von vielen Punkten der Stadt sind auch die Berge der näheren Umgebung zu sehen: der Gaisberg, von dem sich ein wunderschöner Blick auf die gesamte Stadtlandschaft bietet, der Untersberg, der schon hochalpines Gelände ist, und schließlich im Hintergrund die Alpenkette.
Salzburg ist die Hauptstadt des gleichnamigen Landes und daher Regierungssitz mit einem Landeshauptmann an der Spitze, der gleichzusetzen ist mit dem Ministerpräsidenten eines deutschen Bundeslandes. Salzburg ist eines von neun Bundesländern der Republik Österreich. Es ist ein altes Gebiet und doch nach dem Burgenland das zweitjüngste in Österreich, denn bis zu den napoleonischen Kriegen war Salzburg ein reichsunmittelbares, geistliches Fürstentum, das erst nach dem Wiener Kongreß 1816 endgültig der habsburgischen Donaumonarchie eingegliedert worden ist. Unverkennbar haben die Fürsterzbischöfe, die das Land mit Geschick und zeitweilig auch mit harter Hand regiert haben, die Stadtlandschaft geprägt. Man spricht vom deutschen Rom, was angesichts der Vielzahl von Kirchen einleuchtend ist. Darüber hinaus aber hat Salzburg ein stark italienisch beeinflußtes Stadtbild, hervorgerufen durch den Bauwillen der Erzbischöfe Wolf Dietrich von Raitenau und Marcus Sitticus von Hohenems, die durch ihre Ver-