Bővebb ismertető
WIDMUNG
„ deine Schätze sollst nicht nur du genießen, und erstrahlen soll deine Pracht nicht allein fiir dich."
(Janus Pannonius)
A,
lIs zum Ende des Mittelalters die familiären Beziehungen der Maler und Bildhauer zu ihren Auftraggebern aufhörten, hing die Entfaltung ihrer Kunst und die Gestaltung ihrer Lebensbedingungen nunmehr von den Käufern der Kunstwerke ab. Vom 18. Jahrhundert an kauften Kunstliebhaber, die Inhalt und Wert der Kunstwerke zu schätzen wußten, bereits jene Kunstobjekte, die auch einen in Geld zu bemessenden Wert hatten. Seit den Medici ist der Kunstgegenstand eine beliebte Form der Vermögensanlage und -Vermehrung, denn Gemälde und Skulpturen haben Wertbeständigkeit, und der Besitz von Kunstgegenständen wurde so zu einem Symbol für wirtschaftliche Stabilität und anspruchsvolle Lebensführung.
Die generelle Verstaatlichung in Ungarn führte dazu, daß der Staat auch auf dem Gebiet der Künste zum größten Auftraggeber wurde. Dabei war im täglichen Auf und Ab der Politik die Person des Künstlers manchmal wichtiger als das Werk, und derartige Gesichtspunkte wurden zu Hauptkriterien für die Kunstförderung. Diese Praxis änderte sich erst, als sich Mitte der siebziger Jahre im Zuge gesamtgesellschaftlicher Prozesse anstelle der Gleichmacherei ein bescheidener, auf individueller Initiative beruhender materieller Reichtum entfaltete. Nun wurde der Kunstgegenstand wieder zu einem Wertobjekt, und damit gewann er auch seine werterhaltene Funktion zurück. Nach langen Jahren der Unterbrechung wurden wieder Auktionen veranstaltet, und es lohnte sich wieder, Geld in Kunstwerken anzulegen.
Seit der Schicksalswende der neunziger Jahre hat sich der Kunstmarkt im Lande kräftig entwickelt. Die Künstler erhielten keine staatliche Unterstützung mehr, doch zugleich wurde der Kauf von Kunstgegenständen als Vermögensanlage üblich. So ist es kein Zufall, daß die am Geldumlauf interessierten Banken diese Anlageform in bedeutendem Maße nutzten, denn ihre Investitionen sind gleichzeitig auch eine Imagepflege, und die Geldinstitutionen haben stets Wert darauf gelegt, in ihrer äußeren Erscheinung und der Gestaltung ihrer Umgebung - beides betrachten sie als einen organischen Bestandteil ihres Kommunikationssystems - besonders hohe Ansprüche zu stellen.
I ¦ i'
I :
¦1.1' , ii
• I