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GESCHICHTE
Sankt-Petersburg wird häufig mit dem Beinamen eines Venedig des Nordens bedacht. Entfernt erinnert die Stadt auch an diese Perle der Adria, obschon sich Venedig auf 118 Inseln ausbreitet und das heutige Sanict-Petersburg hingegen nur auf 44 Inseln. Hier sei jedoch auch vermerkt, daß noch 1861 nach geographischen Angaben die Stadt 101 Inseln einnahm, seither wurden aber viele Wasserläufe zugeschüttet, mehrere Flüsse verschwanden gänzlich, urui viele Inseln sind zusammengewachsen. Die Stadt an der Newa trug ursprünglich den Namen Sankt-Petersburg; nach Beginn des ersten Weltkrieges, am 18. August 1914, erfolgte die Umbenennung in Petrograd, und nach Lenins Tod erhielt die Stadt am 26. Januar 1924 den Namen Leningrad. Am 6. September 1991 wurde sie wieder mit ihrem urspünglichen Namen benannt. Blättern wir nun in der Sankt-Petersburger Chronik weiter. Zu Beginn unseres Jahrtausends gehörte das Territorium, auf welchem heute die Stadt liegt, zu den Ländereien des alten Nowgorods.
Die Nowgoroder Recken mußten bei der Verteidigung ihrer Territorien nicht selten zu den Waffen greifen. In alten Chroniken werden die Heldentaten der Nowgoroder Krieger besungen, die unter Führung ihres Fürsten Alexan-
der 1240 die Schweden schlugen, welche an Land gegangen waren im Versuch, sich an den Ufern der Newa festzusetzen. Im Gedenken an diesen ruhmvollen Sieg erhielt der Nowgoroder Fürst den ehrenhaften Beinamen Newski. Später wurde er kanonisiert und in den Rang eines Heiligen der russischen orthodoxen Kirche erhoben. 1478 wurde Nowgorod in den zentralisierten russischen Staat aufgenommen.
Zu Beginn des 17. Jahrhunderts erfolgte eine Abtrennung der baltischen Territorien von Rußland. Die staatliche Entwicklung wurde durch die Isolierung von der See und von der Küste gehemmt. Das Schwarze Meer befand sich in den Händen der Türken, und die Ostsee (auch der Finnische Meerbusen) war unter der Macht der Schwedischen Krone. Faktisch waren jegliche politische und wirtschaftliche Beziehungen mit westeuropäischen Häfen und Staaten durchtrennt. Die russischen Seefahrer hatten zwar die Möglichkeit, Archangelsk — einen Hafen am Weißen Meer — zu nutzen, dieser Hafen war jedoch über die längste Zeit des Jahres zugefroren, und außerdem war "der Weg aus Moskau nach Archangelsk sehr weit und beschwerlich", wie der damals in Rußland lebende serbische Gelehrte Juri Krishanitsch vermerkte.