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Der höhmische Trompeter
Im tiefen Keller des Theaterorchesters, vor einer elektrischen Lampe mit grünem Schirm, sitzt Snoptschek, der böhmische Trompeter. Wenn der Kapellmeister an das Pult klopft, drückt er seine gewaltige Trompete an den Mund, seine Augen treten hervor wie bei einem Karpfen, erst bläht die viele eingesogene Luft seine beiden Wangen, dann strömt sie langsam imd im Gleichmaß durch den Hals der Trompete hinaus, und sein Gesicht erschlafft. Er wiederholt das Spiel des öfteren. Er bläst mit Seele, und Seele bläst er in sein Instrument. Die Trompete wiederum, ein schnörkeliges Ungeheuer, ein goldener Polyp, saugt sich an ihm fest. Gegen Abend pflegt er Wein zu trinken. Dann schwindelt ihm auf angenehme Weise. Die Musik erregt ihn. Wenn er in seine Trompete haucht, ist ihm, als rissen ihm die Lippen, sein Gesicht zerspringt vor Freude am Fortissimo, und die häßlichen dunkelvioletten Rosen des Weines und des Alters auf seiner Haut werden noch dunkler. Nach solchen Turnieren schließt er die Augen. Die Welt schwimmt in dunklem Licht vor ihm.
Sein Gesicht ist noch rötlich, sein Gang froh und leicht, doch seit einiger Zeit sprießen die Keime des Todes in ihm. Die um ihn waren, die übrigen, bemerkten nichts, nur seine Gesichtszüge waren marmorn erstarrt, nur seine Augen ein wenig eingefallen. Der trübsinnige kleine Mann ging eines Abends nach Hause, setzte sich in den fahlgrünen Lehnstuhl, in dem sein Vater und sein Großvater gestorben waren, und zoggelassen imd weise, wie es sich für einen echten Philosophen gehört, die Bilanz seines Lebens. Er hatte ein wenig erspartes Geld, dem Theaterorchester kehrte er den Rücken, und von nun an lebte er nur noch den Konzerten und dem Trinken. In seiner Lebensordnung trat keinerlei Verändervmg ein. Er stand zeitig axof, wusch sich kräftig imd lange und unternahm stundenlang morgendliche Spaziergänge zwischen den weißen