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Den 5. März 1910 sollte Tadeusz Minka nie mehr vergessen. Er war der Büttel eines kleinen Dorfes in der Nähe von Czen-stochau und besaß eine jener hellblau gestrichenen polnischen Hütten, die ein tief herabreichendes Strohdach vor Wind und Wetter schützt. Allmorgendlich führte sein erster Weg ihn ins Freie, um das Federvieh aus dem Stall zu lassen. So auch an diesem für ihn so denkwürdigen Tag. Mit wuscheligem Haar schlüpfte er in seine Hose und schlurfte, die Träger noch hochziehend, in Pantinen auf den Hof hinaus.Über der hügeligen Landschaft spannte sich ein frühlings-hafter Himmel. Der Schnee schmolz in Rinnsalen dahin. Die Strahlen der Sonne wärmten die Mauer der Hütte so stark, daß erste Fliegen auf ihr saßen und regungslos die Wärme genossen,Tadeusz reckte sich und tat einen tiefen Atemzug. Dann ging er über den Hof. Nach wenigen Schritten aber blieb er stehen. Ganz unvermittelt hatte ihn das Gefühl beschlichen, von jemandem beobachtet zu werden. Sollte ein Beamter der Ochrana, der russischen Geheimpolizei . . .? Er riß sich zusammen und drehte sich um. Zu sehen war niemand. Sein Instinkt sagte ihm jedoch, daß etwas anders war als sonst. Was war es nur?Noch während er sich dies fragte, entdeckte er an der Klinke der Haustür einen mit Glasperlen bestickten Seidenbeutel, wie ihn vornehme Damen in den Städten tragen. Der Beutel