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Erstes Kapitel
Die Fürstin saß auf ihrem Thron und empfing die türkischen Gesandten.
In den sechs Jahren hatte sie sich daran gewöhnt, daß die Principessa in Abwesenheit des Princeps den Blicken der Neugier ausgesetzt war. Sie hatte sich auch daran gewöhnt, daß der Glanz immer nur auf den Fürsten fiel, selbst wenn sie von den Strahlen versengt wurde, während sie starr in die Sonne sah.
Sie saß stumm auf dem hohen Thron. Mit bleichem Antlitz, in würdevoller Haltung. Ihr zur Seite standen drei Ratsherren, an ihrer Spitze der Obergespan des Komitats Fejér, Herr Boldizsár Kemény, der in Abwesenheit des Fürsten und des Kanzlers damit betraut war, die Geschäfte des Kanzlers zu führen. Der Fürst war mit den Gesandten bis Klausenburg gezogen, als die große und glänzende Gesandtschaft nach Nagykároly aufbrach. Dort sollten die sechs Bevollmächtigten mit sechs anderen Bevollmächtigten des Kaisers und Königs zusammentreffen, um endlich das Schicksal des Landes in die sichere Obhut des Friedens zu nehmen. Es herrschte ja Frieden, in den letzten fünf Jahren hatte nicht einmal ein leichtes Lüftlein des Krieges geweht. Nur das eine fehlte noch, daß der Kaiser in Wien endlich Bethlens Boten als Gesandte eines souveränen Herrschers empfing. Jetzt würde man von dort oben den Fürstentitel bringen, und allmählich besänftigte sich der Fürstin Gemüt.
Indes die türkischen Gesandten ihre langen Reden herleierten und die Geschenke ausbreiteten, dachte sie nur daran, daß der getreue Okolicsányi mit der Gesandtschaft vielleicht schon in Nagykároly eingetroffen war und mit eigenen Augen das Wohngebäude, das Kastell und den großen Garten sah, die Zauberwelt ihrer Kindheit. Sie schloß die Augen, und schon tauchten die vertrauten Bilder vor ihr auf. Es war alles so wie zur Zeit ihrer Ziehmutter, der harten Erzsébet Perényi. Okolicsányi sah das lieb-