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Schätze der Malerei in Wien [antikvár]

Erik G. Wickenburg

 
Es geht uns immer wieder so, daB wir gewisse Überlegungen solange nicht anstellen, bis sie jemand ausspricht, worauf sie uns auf einmal als ganz selbstverstandlich erscheinen, obwohl man die entsprechenden Erkenntnisse doch vorher keineswegs besessen hatte. So mag es völlig banal erscheinen, die Frage nach der Herkunft der bedeutenden europaischen Kunstsammlungen zu stellen, die man eben gemeinhin als Eigentum der Nation ansieht; ohne aber zu überlegen, daB die urspriinglichen Sammler weder Staat noch Volk gewesen sind, sondern alléin die...
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Es geht uns immer wieder so, daB wir gewisse Überlegungen solange nicht anstellen, bis sie jemand ausspricht, worauf sie uns auf einmal als ganz selbstverstandlich erscheinen, obwohl man die entsprechenden Erkenntnisse doch vorher keineswegs besessen hatte. So mag es völlig banal erscheinen, die Frage nach der Herkunft der bedeutenden europaischen Kunstsammlungen zu stellen, die man eben gemeinhin als Eigentum der Nation ansieht; ohne aber zu überlegen, daB die urspriinglichen Sammler weder Staat noch Volk gewesen sind, sondern alléin die jeweiligen Souveráne. Ist der Prado noch mit der Figur Karls V. im allgemeinen BewuBtsein verbunden, so denkt doch bei der Bildergalerie des Louvre kaum jemand an die französischen Könige, die sie zusammengebracht habén - wobei nach der Revolution Yermehrungen aus fürstlichem und kirchlichem Besitz erfolgten - und vollends das zur ersten Garnitur gehörende Kunsthistorische Museuni" in Wien erscheint heute einfach als österreichisch schlechthin, ohne daB diejenigen, die seine Bestande durch Jahrhunderte gesammelt und vermehrt habén, in der Vorstellung lebendig werden. Genau genommen und von einigen dankenswerten Erwerbungen in den letzten Jahrzehnten abgesehen, ist jedoch der Bestand des Kunsthistorischen Museums einzig das Produkt des österreichischen Herrscherhauses Habsburg. Es war dabei nicht etwa ein einzelner, der das alles zusammengebracht hat, sondern seit den Anfángen im sechzehnten Jahrhundert zieht ein aus vielen Queilen gespeister Strom durch die Zeit. Diverse Zuflüsse mündeten in ihn ein und bildeten gemeinsam den heute mit rund 12.000 Gemalden bezifferten Fundus, aus dem etwa 1100 Gemálde der Öffentlichkeit zugánglich sind. Fiinf Quellpersönliehkeiten", wenn man so will, sind es, die mit ihrer Sammlertátigkeit das Werden des Kunsthistorischen Museums" bestimmt habén, wáhrend zur Ausgestaltung und Vermehrung eine noch gröBere Zahl von Habsburgéra beitrugen. Stammvater im mehr geistigen Sinne ist Ferdinánd I., der Brúder Karls V., dem von diesem die österreichischen Lande überlassen wurden. Er sammelte weniger Gem'álde, als kostbare Gegenst'ánde, §

Termékadatok

Cím: Schätze der Malerei in Wien [antikvár]
Szerző: Erik G. Wickenburg
Kiadó: Kunstverlag Wolfrum
Kötés: Félvászon
Méret: 170 mm x 200 mm
Erik G. Wickenburg művei
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