Bővebb ismertető
VorwortWer vieles bringt, wird manchem etwas bringen / Und jeder geht zu-frieden aus dem Haus. - Nach diesem Motto des Direktors im Vor-spiel auf dem Theater zu Goethes Faust verfahren die Theaterleiter noch heute: In der Spielzeit 1990/91 zum Beispiel wurden auf den Büh-nen im deutschsprachigen Raum rund 2.000 verschiedene dramatische Werke aufgeführt. Die Theaterbesucher habén allabendlich die Wahl. Dafc sie sich - mit gutem Grund - für das eine oder andere Stück ent-scheiden können, dazu will dieser Schauspielführer beitragen. Seine Au-toren habén sich die Frage gestellt: Welche Dramen begegnen dem Zu-schauer unserer Zeit immer wieder im Theater, im Fernsehen oder Kino? Entscheidend für die Aufnahme eines Stückes in dieses Buch war alsó vor allém seine gegenwártige Prásenz auf den Spielplánen und erst in zweiter Linie seine theatergeschichtliche Bedeutung oder der literaturge-schichtliche Rang. In den Autorenbiographien und in den Anmerkungen zu einzelnen Dramen sind allerdings zahlreiche weitere Stücke angeführt und kurz charakterisiert, über deren künftiges Schicksal - es hat immer wieder erstaunliche Renaissancen gegeben! - noch nicht entschieden ist. (Die dort in Klammern angegebene Jahreszahl nennt in der Regei das Jahr der Uraufführung, gelegentlich auch das Jahr der Erstveröffentli-chung des Stückes.)Entscheidungshilfe bei der Stückauswahl leisteten die jáhrlich erschei-nenden Statistiken des Deutschen Bühnenvereins, des Bundesverbandes deutscher Theater; sie geben konkrété Antwort auf die Frage: Was spiel-ten die Theater? Aus der Berücksichtigung dieser Daten erkláren sich die Aufnahme einiger Klassiker des Boulevardtheaters und der Verzicht auf manches selten gespielte Stück bedeutender Dramatiker. Konkretisiert und korrigiert wurden diese Auswahlüberlegungen durch den Rückgriff auf die Kritikensammlung des Theatermuseums der Universitát zu Köln, in deren Bestand - über zwei Millionen Kritiken - sich das Medienecho auf die Autoren und Stücke des Theaters der Gegenwart und Vergan-genheit auch quantitativ - ablesbar in Regalmetern - niederschlágt. Die Auswahl der in diesem Band behandelten Stücke ist alsó zeitgebun-den, sie entspricht einer Momentaufnahme nach dem gegenwártigen In-teressensstand der am Theater Beteiligten, der Akti ven wie des Publi-kums. Aber gerade aus diesem Grund mag für Schauspielführer gelten, was Shakespeares Hamlet über die Schauspieler sagt: sie sind der Spiegel und die abgekürzte Chronik des Zeitalters.Harald Buhlan Ralf Leppin