Bővebb ismertető
Das Schiff hat mit seiner schwungvollen Linienführung und seinen vollendeten Formen schon immer die Phantasie des Menschen erregt. So sind uns Abbildungen von Schiffen bereits aus der Steinzeit bekannt: Felszeichnungen, auf denen Boote dargestellt sind.
Bis in unsere Tage hat das Thema Schiff seinen Platz in der darstellenden Kunst beibehalten, besonders bei den Nationen, die mit dem Meer eng verbunden sind. Der vorliegende Band behandelt das Thema Schiff in der Geschichte der Kunst von der Antike bis zur Gegenwart. Das erfordert aber, auch auf die Entwicklung des Schiffbaus einzugehen.
Beginnen wir mit den Ägyptern. Zahlreiche in Gräbern gefundene Gemälde, Reliefs und Modelle haben uns die Form des ägyptischen Schiffes bewahrt, so daß es weitgehend rekonstruiert werden konnte.
Bereits zur Zeit der Tinitenkultur — in der Jungsteinzeit — war das Papyrusboot in den Provinzen zu beiden Seiten des Nils im Gebrauch. Da Landstraßen fehlten, bildeten die aus den Stengeln der Papyrusstaude gebauten Boote das Hauptverkehrsmittel. Sie ließen sich schnell und leicht aus dem überall wachsenden Baustoff herstellen. Nachteilig war ihre beschränkte Lebensdauer. Das Rohr saugte sich voll und machte damit das Boot unbrauchbar, auch wenn man es mehrmals austrocknen ließ. Als dessen Fassungsvermögen und Tragfähigkeit nicht mehr ausreichten, wurde ein Holzschiff entwickelt, das den besonderen ägyptischen Bedingungen am besten entsprach.
Das Land am Nil war nie reich an Holz. Die verschiedenen Palmen eigneten sich nicht zum Schiffbau, nur Akazie und Sykomore besaßen die notwendige Festigkeit. Ihr Nachteil lag darin, daß aus ihren knorrigen und verwundenen Stämmen nur kurze Stücke gewonnen werden konnten. Deshalb legte damals der Schiffszimmermann die Planken aus den kurzen, nach Maß angepaßten und behauenen Brettern ohne Spantenwerk übereinander wie ein Maurer die Ziegelsteine. Mit einfachen oder schwal-benschwanzförmigen Holzdübeln wurden die Planken miteinander verkeilt. So entstand eine Kon-