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Vorwort
In der Geriatrie kommt den neuropsychiatri-schen Problemen eine besondere Bedeutung zu. Das gilt nicht nur für die Diagnostik, sondern auch für die Therapie. An erster Stelle der alterstypischen Gehirnleiden stehen Erkrankungen, die mit einer Hypoxi-dose infolge extrazerebraler und intrazerebraler Ursachen einhergehen. Diese Krankheiten erfordern ebenso eine gezielte Behandlung wie die durch sie hervorgerufenen Funktionsstörungen.
Ein alter Bekannter der Neuropsychiatrie, das Distraneurin® — das sich bei der Behandlung des Delirium tremens außerordentlich bewährt — hat mit den Schlaf- und Verhaltensstörungen älterer Menschen einen neuen Indikationsbereich erobert. Um die inzwischen gesammelten Erfahrungen zwischen Klinikern und Grundlagenforschern aus zahlreichen europäischen Staaten auszutauschen, wurde am 10. und 11. Mai 1973 in der Stadthalle Erlangen ein Symposion abgehalten.
Nach den pathophysiologischen Grundlagen wurden die reversiblen und irreversiblen psychopathologischen Syndrome sowie die vegetativen Störungen erörtert. Besonders wurde den Auswirkungen der zerebralen Ernährungsstörungen auf das Relevanzgefüge des einzelnen Menschen sowie auf die sozialen Situationen nachgespürt. Hinsichtlich der Therapie mußten zunächst die Besonderhei-
ten in der Geriatrie herausgearbeitet und die internistische Basistherapie der kardiovaskulären Syndrome angegeben werden. Daraus entwickelte sich die Kernthematik des Symposions: Die Behandlung von Schlaf-und Verhaltensstörungen bei älteren Patienten und die Bedeutung des Distraneurins® innerhalb dieses Indikationsbereiches. Schließlich wurden Richtlinien für die weitere klinische Forschung entworfen. Bei der Entwicklung neuer Arzneimittel fällt — wenn die Schwerpunkte betrachtet werden — den Instituten und Kliniken der Universität die Aufgabe zu, die ätiologische und formale Pathogenese sowie die Syndrom-genese aufzudecken; es ist ihnen jedoch nur selten möglich, wirksame Arzneimittel systematisch zu entwickeln. Hier greift die Forschung der pharmazeutischen Industrie ein. Diese Aufteilung gebietet eine enge Zusammenarbeit zwischen den in der Universität tätigen Wissenschaftlern und den Forschern in den Laboratorien der pharmazeutischen Industrie. Hierfür ist ein wechselseitiger Erfahrungsaustausch notwendig. Der ASTRA Chemicals GmbH, Wedel, sei dafür gedankt, daß sie das Erlanger Symposion in großzügiger Weise unterstützt hat. Dadurch ist eine umfassende Betrachtung aller anstehenden Fragen möglich geworden. - Aus unserem Mitarbeiterkreis gebührt Herrn Wolfgang Henke - Leiter der Einheit für Neuropsychia-