Bővebb ismertető
Schmerz und Motorik
A. Struppler M. Geßler
Nach dem heutigen Wissensstand sind Schmerz und Motorik nicht mehr voneinander getrennt zu betrachtende und zu behandelnde Systeme (7). Es ist bekannt, daß beide Systeme eng miteinander verkoppelt sind und daß z.B. beide von zentral her kontrolliert werden können. Daraus ergibt sich auch die Möglichkeit für eine bessere und gezieltere Behandlung entsprechender Schmerzsyndrome. Diese enge Beziehung von Motorik und Schmerz ist allgemein bekannt, wenn es sich um einen durch akuten Schmerz ausgelösten Fluchtreflex handelt. Ein akuter, auf der Körperoberfläche ausgelöster Schmerz führt zu typischen Fluchtreaktionen, d.h. zu Bewegungen, die vom segmentalen Fluchtreflex des Beines bis zu einer motorischen Reaktion des ganzen Körpers einschließlich der Psychomotorik reichen können.
Anders verhält es sich bei Schmerzsyndromen, die durch Funktionsstörungen des Bewegungssystems ausgelöst werden. Durch chronische Affektion tiefer Gewebe (z.B. Muskulatur, Fascien, Sehnen, Bandapparat, Periost usw.) kann es zu Reflexen bzw. Reaktionen der Skelettmuskulatur, aber weniger zu Fluchtreaktionen im Sinne einer Bewegung, sondern eher zu einer Tonisierung bzw. Detonisie-rung kommen (Abb. 1).
Entsteht der Schmerz dabei mehr in den Extremitäten, z. B. in den Gelenken, werden mehr die Unterstützungsreaktionen betroffen sein; entsteht der Schmerz mehr im Ach-senskelettbereich, wird vor allem das mediale motorische System, das die Stützmotorik versorgt, reagieren. Ziel dieser motorischen Reaktion ist dabei die Vermeidung weiterer Schmerzen durch Aktivierung zusätzlicher Noci-ceptoren und dadurch Unterhaltung bzw. Auslösung weiterer Schmerzen. So kann z.B. Fehlhaltung im Bereich des