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Für und Wider aus ärztlicher SichtDie Akupunktur als über viertausend Jahre ahe Methode der chinesischen Volksmedizin hat zusammen mit dem erstarkten Volksbewußtsein des maoistischen Chinas eine intensive Wiedergeburt erfahren.In Europa hat diese Wiederbelebung unter anderem auch dazu geführt, daß Akupunktur nicht mehr nur von sogenannten Außenseitern angewandt wird, sondern auch in Anaesthesie-Abteilungen und Anaesthesie-Kliniken von Universitäten. Zum Beispiel derjenigen in Genf, Gießen, Lausanne, Mainz und Wien, sowie auch im Deutschen Herzzentrum in München.Dabei hat sich rasch und ziemlich übereinstimmend ergeben, daß die Akupunktur ziemhch regelmäßig eine schmerzlindernde Wirkung hat, aber kaum je eine schmerzbeseitigende. Es hat sich ebenfalls ergeben, daß sie keine Behandlung darstellt, weil sie die Grundkrankheit nicht beeinflußt. Ihre Anzeige ist somit: Schmerzmittel zu vermeiden oder zu sparen - und dadurch die manchmal sogar gefährlichen Nebenwirkungen von Schmerzmitteln ebenso zu vermeiden.Deswegen wird in den genannten Universitäts-Abteilungen die Akupunktur nur im Verein mit bewährten Narkose-Verfahren verwendet, womit dann aber der Verbrauch von Schmerzmitteln nennenswert gesenkt werden kann.Für uns Wissenschaftler unbefriedigend bleibt, daß wir nach wie vor keine schlüssigen Erklärungen dafür haben, warum und wie die Akupunktur Schmerzen lindert. Die Original-Auffassungen der chinesischen Volksmedizin widersprechen unserem modernen Wissen über das Funktionieren des menschlichen Körpers genauso stark wie der ebenso alte Glaube aus der europäischen Antike, daß das Zwerchfell der Sitz der Seele sei.Die zur Zeit wahrscheinlichste, aber ebenfalls nicht bewiesene Theorie nimmt an, daß Akupunktur über eine Mischung von hypnosenaher Suggestion mit Pforten-Kontrolle im Nervensystem (auf Englisch: gate con-trol) wirksam wird. Pforten-Kontrolle meint, daß die Akupunktur-Rei-ze bestimmte Nerven-Pforten besetzen und damit kontrollieren, so daß durch diese Pforte andere Schmerz-Reize nicht oder nur vermindert fließen können.Für die Patienten ist das Fehlen der wissenschaftlichen Begründung