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Barbara Treide - Schmuck früher Zeiten, ferner Völker [antikvár]

Schmuck früher Zeiten, ferner Völker [antikvár]

Barbara Treide, Edith Hoffmann

 
VorwortAls man 1965 zur ersten Weltbijouterie-Ausstellung nach Jablo-nec einlud, geschah das in der Absicht, eine Dokumentation des Gebrauchsschmucks, des Schmucks für den Alltag, des Modeschmucks zu schaffen. Damit wurde auch diesem in unseren Tagen so reich erblühten Zweig der Schmuckformen historische Gerechtigkeit gezollt. Vordem war der edle Schmuck, waren Pretiosen bereits seit Jahrhunderten in die Schatzkammern und Museen aufgenommen worden, hatten selbständige Schmuckmuseen in unserem Jahrhundert ihre Pforten geöffnet. Diese...
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VorwortAls man 1965 zur ersten Weltbijouterie-Ausstellung nach Jablo-nec einlud, geschah das in der Absicht, eine Dokumentation des Gebrauchsschmucks, des Schmucks für den Alltag, des Modeschmucks zu schaffen. Damit wurde auch diesem in unseren Tagen so reich erblühten Zweig der Schmuckformen historische Gerechtigkeit gezollt. Vordem war der edle Schmuck, waren Pretiosen bereits seit Jahrhunderten in die Schatzkammern und Museen aufgenommen worden, hatten selbständige Schmuckmuseen in unserem Jahrhundert ihre Pforten geöffnet. Diese Repräsentationen des kostbaren Schmucks von internationaler Geltung und Ausstrahlung, wie etwa die Schatzkammer des Moskauer Kreml oder das Grüne Gewölbe zu Dresden, zeigen Schmudcformen in weitreichenden historischen Dimensionen. Angesichts des Glanzes dieser Kostbarkeiten entsteht gleich dem vielfältig gebrochenen Prisma der Farben und Formen eine Vielzahl von Fragen: Wer schuf den Schmuck, und wie lebte sein Schöpfer? Welchen Platz in der Gesellschaft wiesen jene ihm zu, deren Glanz und Macht et mehrte? Wo erlernte er die Kunst, die uns heute oft unnachahmlich erscheint? Wer trug den Schmuck, welches Amt bekleidete sein Träger, und wie gestaltete sich sein persönliches Schicksal? Woher stammen die Rohstoffe, die edlen Metalle, die Edelsteine und Perlen, und welche Wege nahm der Schmudc selber? Wie oft wechselte er seinen Besitzer, und welche Geschichten und Anekdoten verbinden sich mit ihm? Auf viele dieser Fragen gibt es eine Antwort, manches aber bleibt im Dunkel, ist von Vermutungen und Spekulationen umgeben. Auf alle Fälle präsentieren sich die Juwelen als das Ergebnis eines historischen Zusammenspiels gesellschaftlicher, kultureller und tedinischer Erscheinungen.Oft nur am Rande der großen Schaustellungen von Schmuckformen finden sich in den Schatzkammern und Museen der Welt auch Zeugnisse längst vergangener Zeiten und ferner Völker. Doch es gibt berühmte Ausnahmen: So hat die Leningrader Eremitage dem Schmuck aus Skythen-Kurganen einen hervorragenden Platz zugewiesen.Aber eines ist gewiß: Ohne die Grabbeigaben aus der Morgendämmerung der Menschheit oder ohne die Lippenpflöcke der Amazonasindianer, die federverzierten Nasenstäbe australisdier Ureinwohner besäßen wir keine Belege für die fundamentale Aussage, daß der Mensch von Anbeginn und auf allen Kontinenten, wo immer er angetroffen wurde, Schmudcstücke trug, daß der Schmudc zum Wesen des Menschseins gehört. Vor etwa 50 000 Jahren war die Menschwerdung abgeschlossen, die Jahrmillionen währende Phase des Übergangs aus dem Tierreich beendet. Schon auf der letzten Etappe dieses Weges erscheinen in Bestattungen durchbohrte Zähne und Ockerbcigaben. War diese Beigabe von Ocker Ausdruck reiner Emotion? Eine Be-vorzugung roter Farbe ist auch im Tierreich nachweisbar. Oder war diese Verbindung des Toten mit rotem Farbstoff zugleich oder vor allem Ausdruck einer Reflexion: Ocker als Verkörperung des Blutes, eines Lebensstofies? Noch fällt eine eindeutige Antwort auf diese Frage schwer.Eines gibt die Ausstattung der ältesten aufgefundenen Gräber zu erkennen: Schmuckstücke gehörten seit den Anfängen menschlichen Seins zu einem bestimmten Menschen, sie begleiteten ihn nach dem Tode in eine andere Welt.Unbestreitbar - und das gilt bis auf den heutigen Tag - ist Schmuck in besonderem Maße Ausdruck unmittelbarer Lebensfreude oder der Selbstbestätigung eines Menschen. Zugleich war und ist er aber vor allem eine Mitteilung an die Mitmenschen, an die Gemeinschaft.Besaß Schmuck die Aufgabe der Kommunikation, so war er immer auch ein Mittel der Weitergabe, der Tradierung des richtigen Verhaltens, war er Ausdruck des gemeinsamen Lebens, der Geschichte einer Menschengruppe. Damit bildete der Schmuck zu allen Zeiten einen wichtigen Bestandteil der Kultur in ihrer historischen Entwicklung. In der Tierwelt sind entweder Männ-dien oder Weibchen, entweder alte oder junge Tiere einer Art auffällig, besonders anziehend gekennzeichnet, geschmückt. Die Entwicklung der Menschheit läßt eine solche biologische Determiniertheit nicht erkennen: In der einen Gemeinschaft trugen die Männer mehr Schmuck als die Frauen, in einer anderen war es umgekehrt. Bald waren die jungen Menschen vor dem Eintritt der Geschlechtsreife oder vor der Heirat auffälliger und üppiger geschmückt, bald legten ältere Personen mehr Schmuck an. Schmuckstücke konnten ganz unterschiedliche Funktionen besitzen: Die einen informierten über die Altersentwicklung eines Menschen, über seine Stellung als unverheirateter, verheirateter oder verwitweter Mensch, andere kennzeichneten Personen als Anführer einer Sippe oder als Kriegsanführer, demonstrierten den Besitz eines Individuums oder einer Gruppe, oder sie wurden als Sitz übernatürlicher Kräfte gedacht und dienten dem Jagd- wie dem Liebeszauber. Wahrscheinlich erfüllte manches Schmuckstüdc mehrere Aufgaben zugleich, aber nur selten ist uns ein Einblick in solche nicht an der Oberfläche der Erscheinungen liegenden Beziehungen vergönnt.Über alledem darf nicht vergessen werden, daß Schmuck stets audi ein ästhetisches Bedürfnis befriedigte. Viele Schmuckstücke - aus allen Zeiten und aus aller Welt - zeigen eine ansprechende, harmonische Gestaltung. Wir bewundern sie auf den ersten Blick. Andererseits lassen Schmuckgegenstände - wie andere Zeugnisse der Kunst auch - sichtbar werden, daß ästhetisches Empfinden historischen Veränderungen unterliegt, daß es an die Lebensweise und die Kultur eines Stammes, eines Volkes

Termékadatok

Cím: Schmuck früher Zeiten, ferner Völker [antikvár]
Szerző: Barbara Treide Edith Hoffmann
Kiadó: Edition Leipzig
Kötés: Vászon
Méret: 250 mm x 270 mm
Barbara Treide művei
Edith Hoffmann művei
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