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Vorwort
Dies ist das Buch einer Heimreise.
Einer Heimreise, die kurz hätte sein sollen und nur deshalb über Südamerika führte, um den groben Lebensformen Nordamerikas aus dem Wege zu gehen. Nach zwei Jahren im stilleren und weiseren Osten wollte ich mich ihnen nicht aussetzen.
Aber es ging mir mit dieser Heimreise so wie meist auf Reisen. Unfähig, die Fremde touristisch zu erfassen (zu nachdenklich, mag sein, um sie gleich einem Filmstreifen vor mir abschnurren zu lassen), verweilte ich Wochen dort, wo mein Reiseplan nur Stunden vorgesehen hatte, und widmete Monate Ländern, die weitab dieses Planes lagen. Hinzu kam, daß ich gleich bei der Ankunft in jene Revolutionswelle von 1930 geriet, die sich mit stürmischer und fesselnder Wucht vom Pazifik bis zum Atlantik wälzte.
So wuchs die Heimreise zu einjährigem Reisen durch südamerikanische Länder. Vom Juli 1930, in dem ich Japan verließ, bis zum Juli 1931, der mich nun wieder nach Europa bringt.
Es war, glaube ich, ein wohl angewandtes Jahr. In der Heimat erwartete mich wenig Erfreuliches; drüben aber lockte ein Erdteil zum Verweilen, dessen Kenntnis Voraussetzung eines geordneten Weltbilds ist. Zu Unrecht halten wir ihn gemeinhin nur für ein Anhängsel des energischeren und reklametüchtigeren Nordamerika.
Daß er mehr ist als das, mehr als Kolonialland unter eigener Verwaltung, machte mir der Zufall schon am ersten Tage klar. Der Zufall nämlich, daß ich ihn vom Stillen Ozean her erreichte. So daß ich ihn nicht, wie üblich, im amerikanisierten Buenos Aires betrat, sondern an seiner entlegenen Westküste.