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ERSTERTEIL
Erstes Kapitel
»Draußen wären wir alsol«
Paul flüsterte zurück:
»Ja, Gott sei Dank! Die Hauptsache ist geschafft; das übrige wird sich finden.«
Die beiden lagen lang im hohen Gras und blickten über die Kante des steilen Abhanges in das weite Tal hinunter, dem sie mühsam entstiegen waren.
Wie Perlenschnüre schimmerten die Lampenreihen, die das mächtige Geviert des großen Lagers bezeichneten. Von den Ecktürmen blitzten zuweilen Scheinwerfer auf und tasteten das Vorgelände des doppelten Stacheldrahtzaunes ab. Die langen Baracken inmitten lagen dunkel. Nur dort, wo ein Lichterbogen den Haupteingang verriet, glimmten noch gelb ein paar erleuchtete Fenster: die Wacht-stube, die amerikanische Kommandantur. Dicht dahinter, rechts und links ins Dunkel gestaffelt, wohnten in besonderen Baracken — getrennt von der Masse des gewöhnlichen Volkes — die Köche, die Lagerverwalter, die Schreiber, die Dolmetscher und andere Angehörige des Lageradels.
Warm war die Sommernacht. Die Sterne funkelten wunderbar. Es duftete nach Wald, nach Tau, nach nächtlich atmenden Feldern.
»Paul, endlich sieht man wieder die Sterne. Zum erstenmal seit einem Jahr in Amerika I Bei der Lampenfülle in den Lagern konnte man sie nie erkennen. Und wie es duftet 1 Da unten roch es immer nach Baracken. Paul, alter Junge, es riecht nach Freiheit!«
»Fang nicht wieder an zu dichten, Peter. Spar dir das für später auf. Ich wollte, wir wären erst hundert Meilen weit weg und über den Ohio!«
»Bis jetzt hat noch keiner was von unserer Flucht gemerkt. Und bis morgen früh müssen wir längst auf der anderen Seite des Flusses sein.«
»Müssen — ? Müssen ist gut! Außerdem traue ich dem Ohio nicht. Was nutzt uns die ganze Freiheit, wenn wir vorher ersaufen!«
»Und dann, überleg dir das, wir kommen patschnaß drüben an;