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DIE GESCHICHTE SAINT EVREMONDS
Das Sdirifttum des Mittelalters iß fdiwerfällig/ ein dunkles Element iß darin, das es uns fremde artig madit. Mit einem feierlidi plumpen, unbehilf^ Ii dien Ernß ßand der mittelalterlidie Menfdi vor der Erfdieinung, Als im Aufblühen der folgenden Jahrhunderte feine Kraß wudis, und fein Geiß fidi um alle Dinge zu ranken, alles an fidi zu reißen, in fidi zu fpie» Ifeln und zu vergieidien begann, da entdedite er feine eigene Souveränität und gewann den Mut, mit den Dingen zu fpielen. Und erß das Spiel gibt Freiheit, Im Spiele vermag ein tiefer und reidier Geiß weiter zu gelangen als enge Köpfe mit Ernß und Arbeit, Die furditlofen Spieler des Geißes gaben dem Menidien eine Freiheit und Grazie, eine weltlidie Vollkommen^ heit der eigenen Bildung, die alle Gelehrfamkeit und felbß die Kunß, die den Menldien zuletzt gleidifalls in ein Fadi zwingt und ihm das Gepräge des Handwerks aufdrüdit, ihm nie gegeben hätte.
Der erße und tiefße war Montaigne, Es iß felbß^ verßändlidi, daß er ein Franzofe und ein Edelmann fein mußte. Sein feiner kraßvoller Geiß war in der fouveränen Betraditungsweife des geborenen Herrn herangebildet.
Zwei Jahrhunderte fpäter kam Voltaire, oberflädi^ lidier und leiditfertiger, aber mit der großen Wudit des Temperaments, mit dem kritifdien Haß des Empor^ kömmlings. Er fpielte nidit nur, er hatte Ziele,- er griff uralte, heilige BräuAe und Inßitutionen an,- er war ein Journaliß im größten Stil,- unverläßlidi und flüditig, als Gefdiiditsfdireiber wie als Künßler gleidi unvollkom«^ men, hat er durdi die Gewalt und Verwegenheit feiner
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