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Béla Balázs 1884-194913Ich bin Ungar, imgarischer Dichter, der seit zwanzig Jahren deutscher Schriftsteller ist und bereits seit zehn Jahren als Schriftsteller in der Sowjetunion lebt", schreibt Béla Balázs im Winter 1940, als er seine Lebenserinnerungen beginnt, von denen nur die Exposition, Die Jugend eines Träumers", vollendet wird.Vor allem als Theoretiker des Films, der Positionen der internationalen Theorieentwicklung bestimmte, ist der Ungar Balázs ins Bewußtsein der deutschsprachigen Kulturszene gedrungen. Das ist freilich nur eine der Spuren, die er als Lyriker, Dramatiker, Librettist, als Romancier und Ästhetiker, als politischer Organisator und Propagandist und eben als Mann des Films gezogen hat.Mit seinen theoretischen Büchern hat Balázs sich in die Filmgeschichte eingeschrieben: mit Der sichtbare Mensch", 1924, mit Der Geist des Films", 1930, mit seinen in den vierziger Jahren entstandenen Arbeiten, die in Moskau (1945, Filmkunst), dann in Budapest (1948, Filmkultur) und 1949 als Der Film Werden und Wesen einer neuen Kunst" in Wien erschienen. Und selbst wenn es Anekdote wäre, daß deutsche Kameraleute, die 1926 Balázs zu einem Vortrag eingeladen hatten, sich von den Plätzen erhoben, um den Autor des Buches Der sichtbare Mensch" zu ehren, so haben doch seine Schriften über den Film eine Wirkung gehabt, wie Theorien sie nur selten erreichen. Balázs wurde in den zwanziger Jahren, wie Eisenstein schrieb, der in manchen ästhetischen Positionen mit ihm nicht übereinstimmte, zu einer großen Autorität".Die aufeinander gründenden Bücher, die Argumente variieren, Selbstzitate geben und Revisionen nicht vermeiden, lassen künstlerische und soziologische Entwicklungen des Films erkennen, der mit neuen Abbildungsweisen neue Wahrnehmungsräume erschloß. Von der Produktivität der Theorie überzeugt, bestand Balázs auf der theoretischen Auseinandersetzung mit dem Film, dem er sich passioniert als Kritiker und Praktiker zuwandte. Er, der Dichter und Ästhetiker, erkannte und postulierte Spezifisches, Gesetzmäßiges, das er zunehmend in ein System zu bringen suchte, das den Film als Kunst, als Massenmedium, als gesellschaftlichen Faktor erfaßt. Dieses Drängen auf Zusammenhänge unterscheidet wohl vor allem Balázs von seinen Vorläufern. Und: Balázs' Bücher waren und sind Lehrbücher, ohne Akademismus geschrieben, als dieIn'ii: 1!I . i' '