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Franz Liszt als Musikschriftsteller
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Das 19. Jahrhundert, dieses widersprüchliche und schwer durchschaubare, in dem sich so viele tiefgreifende Umwälzungen vollzogen und noch einschneidendere vorbereiteten, hat auch die Vorstellungen von den Wirkungsmöglichkeiten der Komponisten weitgehend und grundlegend verändert. Galt es zuvor als unbestreitbar, daß der Komponist sich darauf zu beschränken habe, Musik zu erdenken und aufzuschreiben, so fühlten sich die großen Musiker des vorigen Jahrhunderts mehr^ und mehr gedrängt, sich auch in journalistischen und literarischen Arbeiten zu Fragen ihrerJKua&t-zu äußern. Unübersehbar wäre eine Liste aller jener, die ebenso sicher wie die Notenfeder auch die Feder des Journalisten zu führen wußten: E. T. A. Hoffmann, Carl Maria von Weber, Robert Schumann, Hector Berlioz. Richard Wagner, Franz Liszt — sie alle und viele andere haben ein musikschriftstellerisches Werk von imponierendem Umfang hinterlassen, das zwar gewiß nicht die Bedeutung ihres kompositorischen Schaffens aufwiegt, aber doch dem Bild ihrer Persönlichkeit wesentliche Züge hinzufügt.
Es war weder Eitelkeit noch der Glaube an schriftstellerische Berufung, der die meisten Komponisten des 19. Jahrhunderts zu literarischer Betätigung trieb; wo sie nicht, wie etwa Berlioz, der simplen Nötigung des Broterwerbs gehorchten, folgten sie mit der Entscheidungzu verbaler Äußerung depij)''"^k einer__i;Iptsiie^igkeitl Hie ihnen Hire Epoche auferlegte, reagierten sie feinfühlig auf Veränderungen in den gesellschaftlichen Wirkungsbedingungen ihrer Kunst, l^e H^-ausbildung des kritisierenden. Mißstände des Musiklehens-aufzeigenden und die eigene künstlerisch^' Position erläuternden Komponisten ist mithin nur darstellbar vor dem Hinter-grund eingehender Erwägungen über den Status des Künstlers im 19. Jahrhundert, vor allem über sein prekäres und äußerst widerspruchsvolles Verhältnis zum Publikum. Je mehr nämlich
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