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VORWORT
D
Die Erde trägt nicht Stamm noch Art, Dem tieferer Sinn nicht eigen ward. Und kein Geschöpf ist davon frei. Zu weisen ein andres, als es sei.
AS schrieb ein Spruchdichter aus der Zeit Kaiser Friedrichs II. Auch dem bildenden Künstler des Mittelalters bedeuteten die irdischen Objekte nicht nur sich selbst, sie wiesen zugleich über sich hinaus auf anderes. Höheres. Was die Wirklichkeit an religiösem Symbolgelialt darbot, wurde vertieft im Bildwerk. In ihm spiegelte sich unmittelbar göttliche Transzendenz. Anschaulich-emotional vermittelte es Glaubenswahrheiten, deren Auslegung autoritativ und dogmatisch von der Kirchenlehre festgelegt worden war. Die Kunst hatte wesentlich eine kultische Funktion. Das entsprach der feudal-kirchlichen, hierarchischen Ordnimg. In der Renaissance verblaßte die religiöse Symbolik. Der Künstler ging unmittelbar der Wirklichkeit der Natur und der Gesellschaft nach, nicht nur um sie realistisch darzustellen, sondern auch um sie theoretisch zu bewältigen. Dabei entdeckte er sich selbst, seine eigene Persönlichkeit. Er brachte, nicht zuletzt durch die Zentralperspektive, die «menschliche» Sicht in die Kimst. Das entsprach dem