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VORWORT
In der zweiten Hälfte des dritten Jahrtausends v. u. Z. tritt im südlichen Teile der heutigen Provinz Shan-si, im Osten und Norden des „Gelben Flusses", das chinesische Volk in die Menschheitsgeschichte ein.
Geradezu unvergleichlich unter den Völkerschaften der Erde stellt die Schrift der Chinesen, die durch Jahrtausende hindurch den bildhaften Charakter weitestgehend gewahrt hat, eines der wichtigsten Bindeglieder der chinesischen Kultur dar. Wie die im letzten halben Jahrhundert vornehmlich in Nord-, Nordost- und Zentralchina ausgegrabenen und in der Zwischenzeit katalogisierten Inschriften auf Orakelknochen, Schildkrötenschalen (1500—1200 v. u. Z.?) und Bronzegegenständen (1200—800 v. u. Z.?) zeigen, haben sich die heutigen Schriftzeichen aus Piktogrammen entwickelt. Diese Abbildungen, deren ästhetische Tendenz bei aller Treue und Deutlichkeit einer bildlichen Darstellung doch mehr graphisch als malerisch ist, stellen gegenwärtig einen Quell interessantester kultur- und sprachwissenschaftlicher Forschungsmöglichkeiten dar.
Mit vorliegender Schrift wurde versucht, an Hand der Standardwerke chinesischer Paläographie, durch Schriftzeichenanalysen unter Berücksichtigung medizinhistorischer und kulturwissenschaftlicher Aspekte, einen Beitrag zur Erforschung der bislang wenig bearbeiteten klassischen medizinischen Terminologie des „Mittelreiches" zu leisten.
Die Bearbeitung des Themas wurde insofern erschwert, als die meisten Lexika auf diesem Sektor der Sprachwissenschaft ganz versagen und es an grundlegenden Vorarbeiten fehlte.
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