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VORWORT
Theophan der Einsiedler (russ. Zatvomik, lat. Rekluse) wurde als Georg Govorov in Chemavsk bei Orlov (Provinz Viatka) in Rußland 1815 als Sohn eines orthodoxen Popen geboren. Als sanfter, schweigsamer junger Mann liebte er die Einsamkeit. Nach der Seminarausbildung studierte er an der Theologischen Akademie in Kiew (1837-1841) und lernte dort unter Leitung des Starzen Parthenij das Mönchsleben und damit das Jesus-Gebet kennen. Er legte die Gelübde ab, wurde Priester und Professor der Theologie in Olonetz und St. Petersburg. Von 1847-1854 war er in Palästina und machte sich mit den griechischen Kirchenvätern vertraut.
Nach St. Petersburg zurückgekehrt, woirde er Leiter der Akademie und 1859 Bischof von Tambov, dann von Vladimir. Aus Sehnsucht nach der Einsamkeit verzichtete er 1860 auf sein Amt und zog sich ins Kloster Vyschen zurück, wo er bis zu seinem Tod 1894 blieb. Ab 1872 hatte er als Rekluse gelebt, in strenger Klausur, die er niemals verließ. Nur sein Beichtvater und sein Oberer hatten noch Zutritt. Er lebte in zwei kleinen Zimmern mit Kapelle, wo er täglich die Liturgie feierte.
Seine Zeit teilte er auf zwischen Gebet und seiner weitreichenden Korrespondenz. Er malte Ikonen, entspannte sich mit Schreinerarbeiten und übte strenges Fasten. Frucht seines dreißigjährigen Einsiedlerlebens war auch die Herausgabe zahlreicher griechischer patristischer Texte in russischer Übersetzung, Kommentare zu den Paulusbriefen und seine in zehn Bänden veröffentlichte Korrespondenz.
Ihr entnahm der Hegumenos Chariton, Abt des früheren russisch-orthodoxen Klosters Valamo auf einer Insel im Ladogasee, Texte über die Praxis des Herzensgebetes. Vier Fünftel stammen von Theophan dem Reklusen, ein Fünftel von anderen Autoren aus dem 4.-20. Jahrhundert. Diese Frucht eigener geistlicher Erfahrung publizierte Chariton 1936. Die englische Ausgabe erschien unter dem Titel: The Art of Prayer. An Orthodox Anthology mit einer Einleitung von Bischof K. Ware, übers, von E. Kadloubovsy & E.M. Palmer bei Faber & Faber Ltd. London 1966. In der Collection Spiritualité orientale no. 18 liegt die französische Ausgabe vor: L'art de la priere. Abbaye de Bellefontaine,