Bővebb ismertető
Einführung
Das Tal der Schwarza
Wo die Saale aus dem Thüringer Schiefergebirge heraustritt und in einem markanten Knie zwischen Saalfeld und Rudolstadt ihren westlichsten Punkt erreicht, nimmt sie die Schwarza als wichtigsten Nebenfluß Ihres Oberlaufs auf. Weit über die Grenzen Thüringens ist das Schwarzatal ein festgeprägter Begriff. Meist aber wird darunter nur das Stück von Bad Blankenburg bis Schwarzburg verstanden. Dieser Wanderatlas will nun den Sinn zu wecken suchen für alle die großen und kleinen Schönheiten, die das ganze Flußgebiet zu allen Jahreszeiten bietet; denn schön ist es nicht nur zur Urlaubszeit im Hochsommer, sondern auch wenn die Knospen drängen, wenn oben am Rennsteig der Winter noch mit Eis dräut, in Bad Blankenburg aber schon der Goldregen blüht, oder zur Zeit der prächtigen Laubfärbung und natürlich auch, wenn „Skihaserln" über glitzernde Schneehänge stieben. Viele FDGB-Heime und Vertragshäuser stehen den Werktätigen zur Verfügung, die Jugendherbergen („Wendo-lln Schaller^' in Bad Blankenburg, „Georgi DImitroff" in Schwarzburg, „Helmut Just" in Katzhütte), in deren Nähe sich auch Campingplätze befinden, bieten Quartier. Fast alle Ferienorte verfügen über Ferngasanschluß und zentrale Wasserversorgung, und die meisten, soweit sie im Tal liegen, über gute Schwimmbäder.
Das alte „Schwarzwasser", die Schwarza -die Endung „a", „-aha" bedeutet im Althochdeutschen „Wasser" -, entspringt in 717 m Höhe nahe dem Rennsteig bei dem kleinen Ort Scheibe-Alsbach. Die dunkle Farbe, nach der der Fluß benannt ist, wird durch die schiefrigen Gerolle und die starke Beschattung durch Ufergesträuch und Tannen-Fich-ten-Wald des engen Tales hervorgerufen; sie steht im Gegensatz zu dem hellen Muschelkalkkegel oberhalb von Bad Blankenburg und zu den weiteren, helleren Talmündungen von Weißbach und Lichte. Nach 53 km langem, stark gewundenem Lauf mündet die Schwarza beim gleichnamigen Stadtteil Rudolstadts in 203 m Höhe in die Saale, dort, wo die ausgedehnten Anlagen des volkseigenen Chemiefaserkombinats „Wilhelm Pieck" stehen. Das große Gefälle von 514m verteilt sich recht unterschiedlich auf die Flußstrecke: Im Oberlauf bis Langen-
bach sind es 17 m/km, im Mittellauf bis Bad Blankenburg 5 m/km und von da bis zur Mündung nur 3 m/km. Wie ihre Nebenflüsse, hat sich auch die Schwarza tief in die wellige Gebirgsrumpf-fläche des westlichen Thüringer Schiefergebirges eingeschnitten. Ihre Kerbtäler haben steile Talhänge mit 20 bis über 35° Neigung. Bei Goldisthai wird der große Höhenunterschied zwischen Talsohle und Hochfläche zur Anlage eines Pumpspeicherwerkes genutzt werden, ähnlich dem Pumpspeicherwerk Hohenwarte II an der oberen Saale.
Bad Blankenburg bezeichnet sich stolz „am Thüringer Wald", die Bewohner nennen das ganze Gebirge den „Wald". Die geographisch und geologisch korrekte Bezeichnung für diesen Teil des Thüringer Mittelgebirges lautet aber Thüringer Schiefergebirge, und zwar wegen seiner völlig anderen geologischen Beschaffenheit und wegen seiner Gestalt. Sie weist im Gegensatz zum Ge-birgskamm des eigentlichen Thüringer Waldes, der sich nordwestlich der Linie Gehren-Unterneubrunn anschließt, die wel-fige Oberfläche eines breiten, nach Nordosten geneigten Hochlandes auf. Nach einer ausgeprägten Randstufe, die von Saalfeld nach Bad Blankenburg zieht, erhebt sich das Land allmählich von der Dittersdorfer (572 m) über die Barigauer Höhe (666 m) und den Oberweißbacher Kirchberg (785 m) zum höchsten Punkt unseres Gebietes, dem Wurzelberg (Großer Farmdenkopf, 867 m), dem der nahe Gebirgskamm, der Rennsteig, mit 841 m (Eselsberg bei Masserberg) nicht viel nachsteht. Alle diese Berge heben sich als breite, massige, flachgewölbte Rücken -wie auch der markante Kegel der Meuselba-cher Kuppe (789 m) - nur wenig aus der Hochfläche heraus.
Die 25 rechten Zuflüsse der Schwarza, deren wichtigste die Katze, Lichte und Serbitz sind, zerschneiden und entwässern die Hochfläche im Osten, die sogenannte Saalfelder Höhe, die hier unser Wandergebiet begrenzt. Von den 32 linken Zuflüssen ist die Rinne der größte. Sie entspringt unterhalb des Langen Berges, der das Wandergebiet nach Westen begrenzt und gleichzeitig als letzte Bastion das Schiefergebirge wirkungsvoll absetzt gegen den Gebirgskamm des Thüringer Waldes und die diesem vorgelagerte, lebhaft zerschnittene Buntsandsteinplatte zwischen Ilmenau und Stadtilm. Im Süden bildet der Rennsteig Fluß- und Wandergebietsgrenze, im Norden das mittlere Saaletal.