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Über die schwarze Chronik
„Man findet in demselben eine Auswahl gerichtlicher Fálle, welche sich an Interesse der Handlung, an künstlicher Ver-wicklung und Mannigfaltigkeit der Gegenstánde bis zum Román erheben und dabei noch den Vorzug der historischen Wahrheit voraushaben. Man erblickt hier den Menschen in den verwickeltsten Lagen, welche die ganze Erwartung spannen, und deren Auflösung der Divinationsgabe des Lesers eine ange-nehme Bescháftigung gibt. Das geheime Spiel der Leidenschaft entfaltet sich hier vor unseren Augen, und über die verborge-nen Gánge der Intrige, über die Machinationen des geist-lichen sowohl als des weltlichen Betruges wird mancher Strahl der Wahrheit verbreitet. Triebfedern, welche sich im gewöhn-lichen Leben dem Auge des Beobachters verstecken, treten bei solchen Anlássen, wo Leben, Freiheit und Eigentum auf dem Spiele steht, sichtbarer hervor, und so ist der Kriminalrichter imstande, tiefere Blicke in das Menschenherz zu tun. Dazu kommt, dafi der umstándlichere Rechtsgang die geheimen Be-wegursachen menschlicher Handlungen weit mehr ins klare zu bringen fáhig ist, als es sonst geschieht, und wenn die voll-stándigste Geschichtserzáhlung uns über die letzten Gründe einer Begebenheit, über die wahren Motive der handelnden Spieler oft genug unbefriedigt láfít, so enthüllt uns oft ein Kriminalprozefí das Innerste der Gedanken und bringt das ver-steckteste Gewebe der Bosheit an den Tag. Dieser wichtige Gewinn für Menschenkenntnis und Menschenbehandlung, für sich selbst schon erheblich genug, um diesem Werk zu einer hinlánglichen Empfehlung zu dienen, wird um ein Grofíes noch durch die vielen Rechtskenntnisse erhöht, die darin ausgestreut