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Langeweile
Manchmal denkt .man: Verdammt, ist das langweilig! Immer dasselbe, Schule, Aufgaben, herumsitzen und warten, daß etwas geschieht. Warum geschieht eigentlich nichts? Es könnte doch wirklich mal etwas geschehen. Jetzt ist es schon Mai, und im Mai - so hat man im Winter gedacht - gibt's keine Langeweile, da ist immer etwas los. Gar nichts ist los, ein Tag wie der andere, nur daß man barfuß geht und im Schatten des Nußbaumes sitzt und die Kätzchen durch die Finger zieht. Lange Blütenkätzchen, dick wie Gartenschnecken, regnen aus dem Gezweig und bedecken den Boden. Da sitzt man nun herum und weiß nicht, was man tun soll. Verdammt, es könnte wirklich etwas passieren! In den Büchern, da passiert ständig etwas, ist jeden Augenblick etwas fällig, da jagt eine Aufregung die andere, und die Menschen kommen gar nicht zur Ruhe. Man meint, alles Interessante habe sich in Bücher verzogen, sei eingefroren in Buchstaben und Sätze.
Jowan spuckt in den Staub und legt sich auf den Rücken. Er ist voller dunkler Gedanken, und er ist ganz und gar unzufrieden. Er schaut in das dämmerige Laub hinauf und denkt: Wenigstens ein Blitz könnte mal einschlagen irgendwo. Gibt genug alte Scheunen. Das wäre ein Flackern, ein Prasseln im trockenen Rohr. In Jowans Heimat werden alle Dächer mit Rohr gedeckt. Nur sehr reiche Bauern haben Dachziegel, die rot in der Mittagssonne glühen. Es ist dort sehr heiß, und schon jetzt im Mai flimmert die Luft zwischen den Bäumen, an den weißgetünchten Wänden der Häuser. Jowan schlägt unwillig nach ein paar Fliegen, die hartnäckig den Grind an seinem großen Zeh umfliegen. Als er am Morgen aus der Schule kam und wie üblich die Hunde in den einzelnen Bauernhöfen reizte, indem er von Haus zu Haus lief und Steine an die Tore ballerte: Da war es geschehen. Ein Tor war nur angelehnt, und
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