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Schweizer Alpenstrassen [antikvár]

 
Wohl reicht die Beziehung des Menschen zu den Bergen tief in die Vergangenheit: der Berg als Burg der Damonen, der Berg als Thron der Götter, der Berg als Sitz der Stiirme und der Wolken, der Berg als Jagdgebiet und Fundort von Erzen und Mineralien. Aber nie betrachtete man den Berg um seiner selbst willen - es war schon viel, wenn einzelue damals in einem Berg nicht nur ein feiudseliges Ungeheuer erblickten, dessen Schatten den Tag verdunkelt. Doch wandlungsfahig sind die Gefühle der Menschen! Hallers Gedicht erschien zu einer Zeit, als...
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Wohl reicht die Beziehung des Menschen zu den Bergen tief in die Vergangenheit: der Berg als Burg der Damonen, der Berg als Thron der Götter, der Berg als Sitz der Stiirme und der Wolken, der Berg als Jagdgebiet und Fundort von Erzen und Mineralien. Aber nie betrachtete man den Berg um seiner selbst willen - es war schon viel, wenn einzelue damals in einem Berg nicht nur ein feiudseliges Ungeheuer erblickten, dessen Schatten den Tag verdunkelt. Doch wandlungsfahig sind die Gefühle der Menschen! Hallers Gedicht erschien zu einer Zeit, als Herz und Augen der Menschen bereit waren, nicht mehr ausschlieBlich in der freundlichen, überall gehegten und gepflegten Ebene das schöne Land zu sehen. Haller stieB mit seinem Gedicht ein Fenster auf, das bisher verschlossen war. Und einer der ersten, der begeistert aus diesem Fenster schaute, war Jean Jacques Rousseau, der Verfasser der Nouvelle Héloíse" (1760), jener empfindsame Verliebte der Natúr, der dann im Überschwang der Gefühle behauptet, daB ein schönes Land Bache habén müBte, Felsen, Tannen, bucklige Wege mit furchteinflöBenden Abstürzen an den Seiten (wobei zu erwahnen ist, daB Rousseau selbst nie über die Tausendmetergrenze hinaus gestiegen ist und das wahre Hochgebirge somit nie betreten hat). Hallers und Rousseaus Sdhriften hatten zur Folge, daB die in den Stadten lebenden Menschen auf das Bergland aufmerksam wurden, daB sie dieses Land kennenzulernen wünschten, daB sie es als Reisegebiet entdeckteu; Ende des 18. Jahrhunderts gehörte die Sdiweizer Reise unter den Gebildeten Europas bereits zum guten Ton. Ende des 18. Jahrhunderts schlug auch die Geburtsstunde des Alpinismus - das ist jener 8. August des Jahres 1786, an dem zum erstenmal der Mensch auf dem Montblanc stand, auf dem höchsten Berg Europas (4810 m). Die mutigen Manner hieBen Jacques Balmat und Michel Paccard; den Weg zum Gipfel hatte ihnen der bergbegeisterte Naturforscher Horace Bénédicte de Saussure gewiesen - und Saussure war ein Schüler Hallers! Saussure hat einmal gesagt, man könne in den Alpen Eindrücke sammeln, die alles übertriifen, was es sonst noch auf der Erde gebe. Das mag dem Menschen von heute vielleicht als eine schwarmeriscbe Übertreibung erscheinen, weil seine Sinne sich schon zu sehr an die Wunder der Berge gewöhnt habén, als daB er noch mit den gleichen Empfindungen vor einem Wasserfall stehen kann wie einst die Entdecker der Alpenwelt. Audererseits findet der Mensch von heute in den Bergen manches, was man früher noch gar nicht so sehr zu schatzen verstand: die reine Luft und die Stille, ja, ganz besonders die tiefe Stille der Einsamkeit. Deshalb sind in diesem Buch über die StraBen des klassischen Alpenlandes Schweiz auch sehr viele Nebenwege gezeigt, die zu dieser Stille führen. Es war möglich, das Thema dieses Buches um diese Nebenwege zu erweitern, weil jener Teil der Schweizer AlpenstraBen nicht mehr aufgenommen werden muBte, dem bereits der Band Vom Engadin zum Comersee" dieser Reihe Europas FerienstraBen gewidmet worden ist. Es heiBt, daB es viele Wege zum Glücklichsein gebe - einer davon führe über die Berge. Diesen Weg will das vorliegende Buch dem motorisierten Ferienreisenden weisen, den Weg zu einem Herz und Sinne erfrischenden Bergerleben auf den SCHWEIZER ALPENSTRASSEN.

Termékadatok

Cím: Schweizer Alpenstrassen [antikvár]
Kiadó: Verlag von Anton Schroll & Co.
Kötés: Félvászon
Méret: 220 mm x 240 mm
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