Bővebb ismertető
Abb. i. Gemälde mit hl. Damian als Apotheker aus dem ehemaligen Jesuitenkloster zu Freiburg i.Ue., um 1610
Vorbemerkung: Als sich die «historischen Museen» in Spezialgebiete aufzuteilen begannen, kam der Wunsch auf, die vorab in kunstgewerblichen und volkskundlichen Sammlungen sich befindlichen Gegenstände des Apothekenwesens in ein Pharmazie-Historisches Museum zusammenzutragen. Den Grundstock bildeten jedoch die privaten Sammlungen einiger Berufskollegen. Neben den zahlreichen schlichten, bisweilen unansehnlichen - im kunstgewerblich oder geschichtlich engeren Sinne - unbedeutenden Dingen enthält das Museum auch künstlerisch hochstehende oder durch besondere Umstände oder Herkunft hervorragende Gegenstände. Die Pharmazie hat, dank ihrer universellen Beziehungen, auch auf die Kunstgeschichte anregend und fördernd gewirkt. Der kunstgeschichtlich interessierte Betrachter wird in dieser Sammlung manch künstlerisch Bemerkenswertes finden. Die Gesellschaft der Freunde des Schweizerischen Pharmazie-Historischen Museums dankt der Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte für die Bereitschaft, diese illustrierte Broschüre in ihre Reihe aufzunehmen.
Geschichtliches. Mitten in der Altstadt, am Aufstieg vom Marktplatz zur Peterskirche, steht das Haus «zum vorderen Sessel», Totengäßlein 3. Bereits 1316 wird die Liegenschaft urkundlich erwähnt als Badestube «unter den Krämern», die von einer ergiebigen Quelle, dem sogenannten Goldbrunnen, gespeist wird. («Unter den Krämern» hieß die Gegend, weil sich dort im Haus «Zum Imber» die erste Trinkstube der Gewürzkrämer befand.)
Nach wechselvoller Geschichte wohnte hier 1480 der Buchdrucker Johannes Amerbach, der Stammvater der bekannten Gelehrtenfamilie. 1507 wird die Liegenschaft durch Johannes Froben, den berühmtesten Buchdrucker seiner Zeit, erworben, der sie später an den Druckerherren Nikiaus Bischoff, genannt Episcopius, verkauft.
Titelbild: Kapelle des Hauses zum Sessel (Anfang 16. Jh.) mit Laboratorium (16./17. Jh.)