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TFina saß, nur mit BH und Slip bekleidet, vor dem Spiegel. Nach Dienstschluß hatte sie ausgiebig geduscht, nun färbte sie ihre Augenlider grünlich, zupfte mit der Pinzette an ihren Augenbrauen herum, bemalte sorgfältig ihre vollen Lippen, tupfte mit einem Wattebausch Make-up in ihr Gesicht.
Plötzlich hielt sie inne. „Wozu machst du das eigentlich?" sagte sie zu ihrem Spiegelbild und schmiß ärgerlich den Wattebausch in den Mülleimer neben der Tür.
Sie würde nicht weggehen können, denn sie hatte in dieser Nacht Bereitschaftsdienst. Da saß sie nun in dem kleinen Zimmer gleich unter dem Dach, draußen an der Tür stand ihr Name: Schwester Tina.
Auf dem Korridor roch es wie im ganzen Haus nach Desinfektionsmitteln.
Diese Etage war das Schwesternwohnheim.
Eine Etage tiefer lagen der Kreißsaal, die Wöchnerinnen-und die Neugeborenenstation.
Tina ging ans Fenster.
Ab und zu kamen junge Männer vom Haupttor her mit Blumen in der Hand, um sich ihre neugeborenen Kinder anzusehen.
Von der Allee her drang Verkehrslärm hoch.
In Tina stieg Wut auf. Sie trat vom Fenster zurück, ging zum Regal, nahm sich den Radiorecorder, stellte ihn auf den Tisch, drückte die UKW-Taste. „. . . von der Biskaya zieht ein Hoch ostwärts . . „. . . in Dubai ließen die Entführer Frauen und Kinder von Bord gehen . . ."