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Krankenschwester, Schwester der Kranken! Bitten möchte ich für dieses Wort. Höchster Adel liegt darin, aber auch der Adel der Unscheinbarkeit. Zum Geschick der Krankenschwester gehört es, das Ungeliebte zu lieben, das Mißverständliche zu wagen, das Verkannte zu erkennen und das Verkanntwerden zu erleiden. Darum laßt uns dieses Wort liebhaben: Schwester der Kranken! Mögen viele, viele nicht Schwester sein können, möge anderen die Kraft fehlen, eine Schwester zu haben, eine Schwester als Schwester mit gehaltener Innigkeit an der Hand zu führen und sich von ihr geleiten zu lassen — wir wollen dieses wunderbare Wort nicht darunter leiden lassen. O es ist eine Goldmünze mit edelstem Bild! Laßt uns des Staubes nicht gedenken, den andere darüber warfen! Hier naht sich zuweilen wie ein Schlüsselwort des Lebens das rätselhafte, große Wort »Jungfräulichkeit«. Darin liegt — mag es vielleicht auch von denen verleugnet werden, denen es dargereicht ist wie eine Krone — die Erinnerung daran, daß die Seele, um gleichsam Sendungen aus der anderen Welt aufnehmen und für die Mitmenschen in Kraft umsetzen zu können, ganz in sich geschlossen und also in diesem