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EINFÜHRUNGDas ostasiatische Problem nähert sich seiner Lösung. Japan und China treten mehr und mehr als eine ostasiatische Rassen- und Schicksalsgemeinschaft in den abendländischen Blickpunkt. Wie das kulturelle Antlitz Japans chinesische Züge trägt, so das neuzeitliche Antlitz Ostasiens vorwiegend japanische. Chinesische Vergangenheit und japanische Gegenwart ergänzen sich, weltpolitisch unter japanischer Führung im großasiatischen Raum. Die Zeit ist gekommen, die kulturellen Bestrebungen beider Völker, wenn auch ein jedes nach wie vor seine eigene Überlieferung und seinen eigenen Charakter bewahrt, ostasiatisch zusammenzufassen, das Gemeinsame und Verbindende über alte Rivalität und Gegnerschaft zu stellen. Gerade das deutsche Schrifttum voran muß, ohne an eine Vermischung getrennter Linien zu denken, China und Japan nur als zwei besonders starke Äste desselben Baumes ansehen.Die vorliegende Sammlung faßt zum erstenmal die seelische und geistige Haltung Ostasiens als Einheit ins Auge. Unsererseits betonen wir ja auch das Germanisch-Nordische, blicken von Goethes Reineke Fuchs" zurück zum niederländischen Reinaert de Vos" von 1^20. Kein Zweifel, daß die Vereinigung der Sinologie und Japanologie in einer Person, wie sie Karl Florenz gelang, ein Zukunftsideal für unsere Universtäten ist.In diesem Buch handelt es sich nicht um gelehrte Ziele. Es will den deutschen Leser für die Seele Ostasiens interessieren. Nach bestimmten Gesichtspunkten werden ohne Rücksicht auf Chronologie und Literaturwissenschaft Zitate dargeboten, die uns etwas sagen und zugleich einen Überblick über die Kunst der deutschen Übersetzer ermöglichen, gleichviel ob diese unmittelbar aus der Quelle schöpfen oder nur mittelbar. Das konnte nicht ein Sinologe oder Japano-loge wagen, sondern ein Germanist, der lange Jahre als solcher in Peking und Tokio doziert hat.Aus meiner Kenntnis beider Völker, Länder und Literaturen gewann ich die sichere Erkenntnis, daß die Beherr-