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Sehen und Erkennen [antikvár]

Paul Brandt

 
Vorwort zur ersten Auflage. Dies Buch verdankt sein Dasein dem Wunsche, vieles, was der Verfasser in nunmehr zwanzigjáhrigem freien unterrichtlichen Verkehr mit jungen Kunstfreunden gelernt und empfunden, gelehrt und geübt hat, wirkungsvoll zusammenzufassen, allén, die den Weg zur Kunst suchen, zu Nutz und Frommen. Ob dieser Wunsch berechtigt war, muB der Erfolg zeigen; nur über Aufbau und Anordnung bedarf es einiger Bemerkungen. a Der Verfasser will seine Leser auch in der Kunst den Weg führen, den jeder einzelne von uns in seiner...
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Vorwort zur ersten Auflage. Dies Buch verdankt sein Dasein dem Wunsche, vieles, was der Verfasser in nunmehr zwanzigjáhrigem freien unterrichtlichen Verkehr mit jungen Kunstfreunden gelernt und empfunden, gelehrt und geübt hat, wirkungsvoll zusammenzufassen, allén, die den Weg zur Kunst suchen, zu Nutz und Frommen. Ob dieser Wunsch berechtigt war, muB der Erfolg zeigen; nur über Aufbau und Anordnung bedarf es einiger Bemerkungen. a Der Verfasser will seine Leser auch in der Kunst den Weg führen, den jeder einzelne von uns in seiner Entwicklung naturgemáB geführt wird, den Weg von Oebundenheit zur Freiheit. Daher geht er aus von der Baukunst, die írotz ihrer monumentalen Würde immerhin an bestimmte áuBere Zwecke und Oesetze gebunden ist. Es folgt die Plastik, auch sie eine von den Gesetzen des Materials und der Schwerkraft noch nicht ganz gelöste, im übrigen freischaffende Kunst, und endlich die freieste unter den bildenden Künsten, die Maierei; nur bei Michelangelo war Bildhauer und Maler nicht zu trennen. Das zwischen Architektur und Plastik eingeschobene Intermezzo soll an einer Reihe dekorativer Werke, die an beiden Gattungen teilhaben, die allmáhliche Verschiebung des Schwerpunktes von jener Seite auf diese darstellen und so auf die Plastik vorbereiten. Innerhalb der Plastik ferner hat es sich dem Verfasser seit langem als zweckmáBig erwiesen, nicht von dem vieldeutigen, immer neue Fláchen und UmriBlinien darbietenden Rundwerk, sondern von dem an einen Hintergrund gebundenen, eindeutigen Relief auszugehen. Dem leitenden Grundsatz entspricht es auch, wenn in Plastik und Maierei dem Aufbau der Gruppé und der Einordnung in einen gegebenen Rahmen nachgegangen wird. Das Übergewicht solcher formalen Gesichtspunkte in der groBen italienischen Kunst legte indessen die Pflicht auf, für die besonderen Vorzüge der Kunst des germanischen Nordens, für ihren Ernst und ihre Wahrhaftigkeit, ihre Innigkeit und Gedankentiefe nachdrücklich einzutreten. Andere ideelle nnd formaié Gesichtspunkte endlich erlaubten, ohne Anspruch auf Vollstándigkeit, bis zur Gegenwart vorzudringen. ® Aber auBer jenem stufenweisen Aufbau von Gebundenheit zur Freiheit war dem Verfasser ein Zweites aufgegangen, daB es für die ErschlieBung des Kunstverstándnisses nicht sowohl gelte, Kunstgeschichte mit Namen und Daten in lückenloser Folge zu geben, als vielmehr an wenigen groBen Werken in das Sehen, Erkennen und, fügén wir hinzu, Empfinden der Kunstformen einzuführen. Das leistet am sichersten der Vergleich. Der Vergleich sagt viel ohne Worte, er macht auch den

Termékadatok

Cím: Sehen und Erkennen [antikvár]
Szerző: Paul Brandt
Kiadó: Alfred Kröner Verlag
Kötés: Fűzött keménykötés
Méret: 180 mm x 260 mm
Paul Brandt művei
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