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PROLOG
Voller Unruhe beobachtete Professor Henryk Jabloriski, der Vorsitzende des polnischen Staatsrats, wie die weiße Maschine der Alitalia zur Landung auf dem Flughafen von Warschau ansetzte. Nicht weit von ihm nahm eine Ehrenformation der polnischen Volksarmee Haltung an. Um ihn herum war das diplomatische Korps vollzählig versammelt; zahlreiche kirchliche und zivile Würdenträger hatten sich eingefunden. »Der große Sohn der Nation«, »das Prestige des Vaterlandes«, »die Einheit aller Polen« -solche und ähnliche Phrasen, ungeordnete Fetzen aus einer Flut offizieller Verlautbarungen, schwirrten ihm durch den Kopf. Die letzte Erklärung war gerade vier Tage alt. Sie war am 29. Mai 1979 zum Abschluß eines Treffens zwischen Edward Gierek, dem Ersten Sekretär der kommunistischen Partei, und Kardinal Stefan Wyszyhski, dem Primas der katholischen Kirche von Polen, veröffentlicht worden.
Das Flugzeug setzte auf, und wie beim Einschlag eines Meteors heß sich kaum vorausberechnen, was die Folgen dieser Landung sein würden. An Bord der Maschine sah Papst Johannes Paul IL ruhelos immer wieder die wichtigsten Passagen seiner ersten Ansprachen durch. Nachdem sein Pilot Giulio Macchi den polnischen Luftraum erreicht hatte, hatte er einen Umweg gemacht - »Ihnen zu Ehren, Heiliger Vater« - und Krakau überflogen. Am 1. Oktober 1978 hatte Karol Wojtyla im Alter von achtundfünfzig Jahren diese Stadt, in der er Kardinalerzbischof gewesen war, verlassen. Er blickte hinunter auf die vertraute Szenerie: den imposanten Hügel Wawel mit dem Schloß und seiner Kathedrale, den weiten Weichselbogen, an dem er einst mit seinem Vater entlanggegangen war, den großen Marktplatz mit dem Sukiennice, dem