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Die Seligpreisungen
Diese Reihe von Geschichten, in deren Mittelpunkt Pfarrer Monsignore John Blackwood Ryan S.T.L., Ph.D. steht, basiert auf den Seligpreisungen der Bergpredigt Jesu. Eine abgewandelte Form findet sich in der Bergpredigt des Lukas-Evangeliums. Die Seligpreisungen werden dort von Warnungen begleitet (>Wehe euch, die ihr . . .<). Ich habe die Version des Matthäus ausgewählt, obwohl sie wahrscheinlich aus einer späteren Zeit stammt und von der ursprünglichen abgeleitet ist, weil sie bedeutend bekannter ist.
Die Bergpredigt ist nach der Auffassung der Schriftgelehrten keine wirkliche Predigt, die Jesus gehalten hat, sondern ein Kompendium seiner Aussprüche und Lehren, die von dem Autor des Matthäus-Evangeliums herausgegeben wurden, der dabei mit hoher Wahrscheinlichkeit ein bereits existierendes Kompendium als Quelle benützt hat.
Die Seligpreisungen stellen - wenn auch nicht wortwörtlich - einen wichtigen Bestandteil der Lehren Jesu dar, sie sollten aber nicht als eine neue Liste von Regeln interpretiert werden. Jesus ist gekommen, um uns zu lehren, daß Regeln in unserer Beziehung zu Gott von geringem Nutzen sind. Wir können Gottes Liebe nicht dadurch erzwingen, daß wir uns an Regeln halten, denn diese Liebe ist eine freie Vorgabe unserer Beziehung zu Gott (eine leidenschaftliche Liebesbeziehung). Wir sollten uns an Regeln halten, da jede Gemeinschaft in ihrem Zusammenleben Regeln braucht und wir uns als ethische Wesen ethisch verhalten sollten. Aber das ist nach Jesus nur ein kleinerer Teil unserer Beziehung zu Gott.
Nichtsdestoweniger haben sich in früheren Zeiten einige Christen auf das Spiel mit den Regeln zurückgezogen. Sie verpflichteten sich, diese Regeln zu befolgen, um so durch ihr Verhalten Gott in die Pflicht nehmen zu können. Dadurch stellt sich Religion als eine Art Vertrag dar: Wir halten uns an die Regeln, und Gott hält das, was er uns versprochen hat — ungefähr so, wie wir einem Professor im Rahmen unserer Examensarbeiten das zurückgeben, was