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161NACHWORTIn Detmold, wo Brahms als Klavierlehrer der Prinzessin Friederike und als Leiter des gemischten Chors weilte, auch genügend Zeit fand, sich mit Haydnschen und Mozartschen Sinfonien und Divertimenti zu beschäftigen, sind seine beiden Serenaden in den Jahren 1858 und 1859 entstanden. Die erste, die gelegentlich stark Häydnsch und Beethovensch anmutet, war ursprünglich ein Nonett für Streich- und Blasinstrumente (Flöte, 2 Klarinetten, Horn und Fagott) und wurde in dieser Form auch den Freunden Joachim und Grimm mitgeteilt, aber bereits im Dezember 1858 dachte Brahms daran, ihr sinfonische Form zu geben, sie für großes Orchestcr umzuarbeiten. Trotzdem ließ er sie in einem von ihm in Hamburg am 28. März 1859 gegebenen Extrakonzert in der ursprünglichen Fassung noch aufführen. Aber wahrscheinlich hat ihn diese Wiedergabe bestimmt, die Umarbeitung wirklich vorzunehmen. Als Serenade für großes Orchestcr gelangte das Werk unter Joachims Leitung in Hannover am 3. März 1860 zur Aufführung.Am 17. Mai 1860 wurde sie, deren ursprüngliche Opuszahl 18 nachträglich in 11 geändert wurde, dem Verlag Breitkopf Härtel in Leipzig angeboten, der sie auch annahm und gegen Jahresschluß dem Komponisten den von ihm bearbeiteten vierhändigen Klavierauszug und die Stimmen im Stich, sowie die durch Umdruck hergestellte Partitur zuschicken konnte. Den ihm am 26. Februar 1873 geäußerten Wunsch nach Herstellung eines zweihändigen Klavierarrangements erfüllte er nicht, weil er es nicht verschmerzen konnte, daß ihm der Verlag durch Zurücksendung des eigentlich schon angenommenen Sextetts op. 36 eine schwere Kränkung zugefügt hatte. Die Firma beauftragte dann Friedrich Hermann mit der Herstellung cies zweihändigen Klavicrauszuges, der bereits 1874 veröffentlicht wurde. Mit den anderen Jugendwerken von Brahms ging diese Serenade im Jahre 1888 aus dem Verlag von Breitkopf Härtel in den von N. Simrock, Berlin, über. Dieser ließ an Stelle der alten autographiertcn Partitur in Oktavformat im Jahre 1906 eine schöne Partitur in großem Format stechen, für die handschriftliche Notizen des Komponisten über Phrasie-rung usw. benutzt werden konnten.Diese Serenade, das erste Orchesterwerk von Brahms, ist übrigens auch das erste Werk von ihm, das in Paris erklungen ist; dort wurden 1875 wenigstens vier Sätze daraus aufgeführt.Meines Erachtens erscheint dieses köstliche, jugendfrische, durchaus Waldpoesie und Romantik atmende Werk im Vergleich zu den Sinfonien des Meisters viel zu selten im Konzertsaale.Wilhelm Altmann