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S E U RAT Selten hat ein Maler mit einer verhältnismäßig so geringen Anzahl von Bildern einen derart nachhaltigen und weittragenden Einfluß auf seine Zeitgenossen und zukünftige Generationen ausgeübt wie Georges Seurat. Erst 32 Jahre war der Künstler alt, als eine bösartige Halskrankheit, die er, leidenschaftlich in seine Arbeit vertieft, zunächst nicht beachtet hatte, sein vielversprechendes Schaffen am 29. März 1891 jäh abbrach. Seurats Werk gipfelt in sechs großen Kompositionen. Sie vereinen in sich bereits alles, was die...
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S E U RAT Selten hat ein Maler mit einer verhältnismäßig so geringen Anzahl von Bildern einen derart nachhaltigen und weittragenden Einfluß auf seine Zeitgenossen und zukünftige Generationen ausgeübt wie Georges Seurat. Erst 32 Jahre war der Künstler alt, als eine bösartige Halskrankheit, die er, leidenschaftlich in seine Arbeit vertieft, zunächst nicht beachtet hatte, sein vielversprechendes Schaffen am 29. März 1891 jäh abbrach. Seurats Werk gipfelt in sechs großen Kompositionen. Sie vereinen in sich bereits alles, was die Neuzeit nach ihm nuancierte und ausweitete. Ohne das gefällig Dekorative auszuschließen, verbinden sie in Farbe, Tektonik und Linie feinste malerische Kultur mit einer völlig neu gewonnenen Monumentalität voll stärkster Ausdruckskraft. Sie umfassen Impression und Expression, indem sie jedem Mittel ein Höchstmaß an Wirkung abverlangen. Zugleich öffnen sie den Weg in eine damals kaum geahnte Entwicklung von Farbe und Linie in einer Art und Weise, die noch deutlich in den Bemühungen zahlreicher IV^aler unserer Zeit spürbar ist. Seurat war das Haupt der Neoimpressionisten, ihr geistiger und schöpferischer Führer. Sein Tod bedeutete das Ende dieser Richtung. Wenn auch seinen Mitläufern und Nachfolgern manches beachtliche Bild in einer differenzierten Abwandlung seiner Technik gelang, so führten ihre Anstrengungen doch nicht über das von Seurat bereits Erreichte hinaus. In ihren Händen war die ausschließliche Verwendung des Points eine »beschränkte Methode ohne Zukunft«. Allein von Seurats überaus durchdachter Arbeitsweise hätte man die Weiterentwicklung erwarten können, wie die konsequente Folge seiner Schöpfungen schließen läßt. Um so mehr ist sein früher Tod zu bedauern, der den gerade erst begonnenen Prozeß unterbrach. Neben der Größe der malerischen Neuschöpfung muß daher auch heute der Kritiker die Beschränkung Seurats, die vor allem eine so eigenwillige Technik auferlegte, erkennen und Octave Mirbeau beipflichten, der wenige Jahre nach Seurats Tod im »Echo de Paris« schrieb: »Der Tod dieses jungen Menschen war ein unbeschreibliches Unglück. Georges Seurat war ein mit außergewöhnlichen Qualitäten begabter Maler. Was ihm allenfalls vorzuwerfen wäre, ist, daß er seine Empfindungen allzusehr in eine zwar verführerische, aber etwas enge Technik eingegrenzt hat, die nicht immer auszudrücken vermochte, was er suchte. Er war ja sozusagen noch ein Anfänger und daher mit einer ganz natürlichen Eigenwilligkeit in einer von ihm erfundenen Methode befangen, deren etwas starre, sektiererhafte Seite er später sicher gemildert hätte.« Georges Seurat ist kein populärer Maler. Seine ganz durch theoretische Erkenntnisse geformte Bildwelt, die kühle Sachlichkeit seiner Darstellungen, die zwar tiefe Gefühlswerte erschließt, wahrt Distanz und erschwert den Zugang. Erstaunlich ist, daß der rationelle Grundzug seines Wesens und Schaffens selbst bei seinen Landsleuten keinen starken Widerhall fand. Dem leicht skurrilen Karikaturhaften, das daneben in manchen Bildern mitspielt, mag es zuzuschreiben sein, daß sich heute der größte Teil seines Werkes in amerikanischem und englischem Besitz befindet. Auch in Deutschland hat die breitere Öffentlichkeit wenig Notiz von ihm genommen; in Ausstellungen wurde er selten gezeigt. Gemessen an der unübersehbaren Fülle von anderen Kunstpublikationen zählen die Veröffentlichungen über Seurat kaum. Dennoch gehören gerade bedeutende deutsche Künstler zu seinen Verehrern und

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Cím: Seurat [antikvár]
Szerző: Hermann Jedding
Kiadó: Emil Vollmer Verlag
Kötés: Papírmappa
Méret: 250 mm x 330 mm
Hermann Jedding művei
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