Bővebb ismertető
Einleitung Dieses Buch ist aus einer Reihe von Artikeln entstanden, die ich vor ungefähr sechzehn oder achtzehn Jahren für „The Saturday Review" schrieb. Die Aufsätze wurden nach ihrer Veröffentlichung in der üblichen Art besprochen und kritisiert; manche Leser fanden das Thema „interessant", die meisten waren der Ansicht, daß meine Auffassung von Shakespeare vollkommen willkürlich sei, andere wieder behaupteten, ich hätte durch „Wortklauberei", mit Hilfe einer rätselhaften Formel, den Charakter des Menschen nachzuschaffen verstanden. Die Wirklichkeit ist jedoch viel einfacher; ich hatte in meiner Kindheit die Dramen von Shakespeare um des Gegenständlichen willen gelesen. Später las ich sie wieder und fand immer neue Schönheiten, die mir früher entgangen waren, und immer wieder ließen mich unfaßbare Hinweise und Anspielungen eine gewisse Einheit ahnen, die den verschiedenen Charakteren zugrunde lag. Diese Andeutungen verdichteten sich allmählich, bis sich schließlich aus den Myriaden von Stimmen in den Dramen immer eindringlicher eine Stimme loslöste und ich unter der Menge der Gesichter immer klarer die Züge des Autors zu unterscheiden begann, ganz und gar wie ein in Liebe verlorenes Mädchen, das selbst im Hexenkessel nur das Antlitz des Geliebten findet. Ich habe in diesem Buche versucht, den von mir zurückgelegten Weg Schritt für Schritt zu verfolgen, erst die Grundzüge des Dichters hinzuzeichnen und dann an Hand der einzelnen Dramen zu zeigen, wie Shakespeare sich nicht einmal, sondern zwanzigmal zu verschiedenen Zeiten seines Lebens in Lebensgröße porträtiert hat. Dies ist auch einer der Gründe, warum